Die Sporthalle Rönsahl stand in der letzten Sitzung des Auschusses für Sport und Jugend gar nicht auf der Tagesordnung. Trotzdem wurde sie ein springender Punkt in den Beratungen und sorgte gerade bei Marc Voswinkel von der SPD für schlechte Laune. "Die Nachteile für den Sport in Rönsahl sind massiv", machte er seinen Frust in der Sitzung deutlich. Bürgermeister Olaf Stelse wiederspricht den Vorwürfen in einer Stellungnahme.
Marc Voswinkel führte aus, dass die Bauzeit bereits jetzt deutlich über den zwei Monaten liegt, die ursprünglich geplant waren: "Wir haben mit der Halle in den Sommerferien angefangen. Die Maßnahme sollte zwei Monate dauern. Wir haben jetzt Monat neun, in dem die Halle gesperrt ist. Da muss ich doch fragen, wer diesen Bauzeitplan gemacht hat."
Deutliche Einschränkungen für den TSV Rönsahl
Sichtlich irritiert war Voswinkel zudem darüber, dass laut seinen Informationen "alles unter Wasser steht und dem Verein sagt man, es ist alles trocken". Auch ganz praktische Einschränkungen bis hin zu Auflösungen von Abteilungen des nutzenden Vereins sieht er als Gefahr: "Ich weiß nicht, ob der TSV jemals wieder Kinderturnen anbietet." Neben dem Wegfall des Kinderturnens habe er auch gehört, dass die Tischtennisabteilung sowie die Fußballer, die die sanitären Anlagen der Halle nutzen, Probleme haben. "Die spielen auf dem Platz, Duschmöglichkeiten gibt es da nicht. Da sind schon harte Worte seitens der Ligen zum TSV gefallen", wusste er zu berichten.
Antworten auf seine Vorwürfe bekam er im Rahmen der Auschusssitzung nicht. Da es kein geplantes Thema der Tagesordnung war, waren verwaltungsseitig lediglich Vertreter der Jugendarbeit und der Sportförderung, nicht jedoch des Bauamtes, anwesend. Diese bekamen die geäußerte Kritik zu Unrecht ab, merkte nicht nur Ausschussvorsitzende Monika Baukloh von der SPD an. "Ich weiß nicht, was sich die Stadt dabei denkt und wie man das glaubhaft argumentieren kann? Ich bin stinksauer", endete Voswinkel in der Sitzung.
Zuspruch von FWG und CDU
Zuspruch bekam er unter anderem von Peter Christian Schröder von der Freien Wählergemeinschaft. "Ich kann mich Marc nur anschließen. Ich erwarte von der Verwaltung, dass beim Umwelt- und Bauauschuss nächste Woche eine Erklärung vorliegt. Schriftlich. Da muss jetzt mal seitens der Verwaltung was geliefert werden", sagte er nach Voswinkels Monolog. Auch CDU-Mann Ralf Erlhöfer stimmte dem ehemaligen Fraktionsvorsitzendem der SPD zu: "Lieber Marc, du sprichst mir da aus der Seele. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, aber wie geht es da jetzt weiter, auch mit Folgekosten?", fragte er in Richtung der Verwaltung. Erlhöfer sah ebenfalls "katastrophale Zustände" in der Rönsahler Sporthalle.
Ausführliche Antwort der Verwaltung
Noch am Abend der Ausschusssitzung stellte LokalDirekt einen umfangreichen Fragenkatalog an die Kiersper Stadtverwaltung und bat um Stellungnahme zu den von Voswinkel geäußerten Vorwürfen. Bereits am nächsten Morgen lag eine ausführliche Antwort des parteilosen Bürgermeisters Olaf Stelse vor. Darin betont Stelse eingangs vor allem die hohen Voraussetzungen bei der Ausschreibung, die aus einer Förderung für den Umbau resultieren. "Ohne dieses Förderprogramm wäre die derzeit stattfindende Sanierung bei der angespannten Haushaltslage undenkbar und die Halle würde sicherlich noch sehr viele Jahre im alten Zustand verbleiben beziehungsweise würden nur unbedingt notwendige Reparaturen durchgeführt werden können, um sonst eintretende Schäden an der Gebäudesubstanz zu verhindern", heißt es aus dem Rathaus.
Weiter erklärt Stelse: "Der Vorwurf: Die Nachteile für den Sport in Rönsahl sind massiv, kann nicht nachvollzogen werden. Der Schulsport hätte über weite Strecken stattfinden können - sicherlich mit teilweise deutlichen Einschränkungen. Und auch die Tischtennisabteilung des TSV hat die kleine Halle bis Mitte November genutzt. Dass es zu massiven Einschränkungen der Nutzungsmöglichkeiten bei der stattfindenden umfangreichen Sanierung alternativlos kommen wird, wurde mit den nutzenden Vereinen und der Schule bereits im Vorfeld kommuniziert. Leider besteht im Ortsteil Rönsahl nicht die Möglichkeit, auf alternative Räumlichkeiten auszuweichen."
Weitere Informationen im kommenden Bauausschuss
Der von Voswinkel angesprochene Wasserschaden ist laut Stelse bereits vor Baubeginn bekannt geworden und hat nichts mit den Sanierungsarbeiten zu tun. "Der dortige Bodenbelag weist jedoch keine bleibenden Schäden auf", so Stelse. Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten hingegen bestreitet Stelse nicht und macht deutlich: "Der Verzug ist praktisch ausschließlich auf den verzögerten Baubeginn zurückzuführen." Zuletzt stand als Eröffnungstermin der 28. Februar im Raum - ein Termin, der offensichtlich nicht mehr zu halten ist. "Bezüglich eines neuen geplanten Eröffnungstermins für die Sporthalle wird in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bauen berichtet", erklärt Stelse abschließend.
In diesem Ausschuss möchte auch Peter Christian Schröder erneut über die Halle sprechen. Er beantragte für die Ausschusssitzung "die Erweiterung der Tagesordnung um den Punkt Sporthalle Rönsahl". Den Eingang dieses Schreibens bestätigt die Verwaltung gegenüber LokalDirekt. Die Verwaltungsspitze, so erklärt das Rathaus gegenüber LokalDirekt, werde in der Bauausschusssitzung zu den Arbeiten Stellung nehmen.
Training findet statt
Am Abend des Ausschusses fand das Traning der Tischtennisabteilung in der Halle statt. Wenn auch mit Einschränkungen, ist die Halle aktuell nutzbar. Der Vorstand des TSV Rönsahl war für LokalDirekt bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.













