Mit einer Mischung aus Theater, Fantasie und Schatzsuche begeisterte die Schauspielerin Ingrid Irrlicht am Samstag, 31. Mai, zahlreiche Kindergartenkinder im Halveraner Denkhof. Das interaktive Stück „Das Wunderbuch“ zog die jungen Besucher dabei erst rein gedanklich in die Welt der Bücher hinein und führte sie anschließend quer durch die Innenstadt bis zur Stadtbücherei.
Premiere für den neuen Denkhof
Nur zwei Tage nach der offiziellen Eröffnung fand damit im neu gestalteten Denkhof die erste öffentliche Veranstaltung statt. Kaum waren die Türen geöffnet, nahmen die Kindergartenkinder auf den Matten direkt vor der Bühne Platz, während ihre Eltern das Geschehen von den Bänken dahinter verfolgten. Wenig später betrat Ingrid Irrlicht als Leseratte Fidelia den Raum und begann mit ihrer Aufführung.
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Eine Geschichte über Fantasie und Freundschaft
Im Mittelpunkt des Stücks stand die kleine Leseratte Fidelia, die Bücher über alles liebt und in ihnen immer neue Welten entdeckt. Auf ihrer Reise begegnete sie einer verschlafenen Fledermaus, einem eingebildeten Krebs, einer schüchternen Muschel und einem schweigsamen Kraken.
Von Beginn an bezog die Schauspielerin die Kinder in das Geschehen ein — und diese machten mit sichtlicher Begeisterung mit, beantworteten Fragen und hatten Spaß am gemeinsamen Rätseln. Als Fidelia schließlich einen geheimnisvollen Hinweis auf einen Schatz entdeckte, mussten die jungen Leseratten selbst aktiv werden: Gemeinsam folgten sie einer Rolle Faden, die sich quer durch den Raum zog und den Weg zum nächsten Abenteuer wies.
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Für Ingrid Irrlicht steht bei der Geschichte vor allem der spielerische Zugang zum Lesen im Vordergrund. „Das Thema Lesen ist teilweise sehr angstbesetzt“, erklärt die Schauspielerin. Deshalb möchte sie Kinder möglichst früh und ohne Leistungsdruck an Bücher heranführen. Dabei versteht sie das Buch nicht als reine Bildungseinheit, sondern als offenen Raum für Fantasie und Entfaltung: „Bücher kann man öffnen und schließen und sie ermöglichen es, der eigenen Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen“, so Irrlicht.
Theater als Antwort auf die digitale Welt
Die Idee zum Projekt entstand aus Irrlichts Beobachtungen des veränderten Medienkonsums bei Kindern. „Leider sieht man viel zu oft, dass Kinder schon im Buggy mit dem Tablet in der Hand sitzen“, so Irrlicht. „Handy oder Tablet führen bei den Kindern immer häufiger zu Augen- oder Haltungsschäden.“
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Mit ihrem Theaterstück möchte sie deshalb einen Gegenpol schaffen und zeigen, wie spannend analoge Geschichten sein können. „Es geht dabei nicht nur um den Schatz per se. Der Schatz kann vieles sein. Es geht nicht allein um Gold“, betont sie.
Dem roten Faden durch die Stadt folgen
Nach dem Ende der Aufführung setzte sich das Abenteuer außerhalb des Denkhofs fort. Die Kinder folgten dem roten Faden aus dem Gebäude hinaus und machten sich gemeinsam auf den Weg durch die Innenstadt. Über die Frankfurter Straße und die Bahnhofsstraße führte die Spur direkt zur Stadtbücherei. Dort erwartete die jungen Besucher der eigentliche Abschluss ihrer Schatzsuche. Stadtbücherei-Leiterin Miriam Buhl-Nordmeier begrüßte die Gruppe, überreichte kleine Lesetaschen als Erinnerung an den Tag und lud die Kinder ein, die Bücherei auf eigene Faust zu erkunden.
Stiftung unterstützt kulturelle Bildungsarbeit
Möglich machte das Projekt die Waldemar-Bonsels-Stiftung. Die nach dem Autor der „Biene Maja“ benannte Stiftung engagiert sich bundesweit für kulturelle Bildungsarbeit und unterstützt regelmäßig Projekte, die Kinder an Literatur und Kultur heranführen. „Es ist schön, dass es diese Förderung gibt“, sagt Ingrid Irrlicht. Ohne solche Unterstützung ließen sich viele Projekte dieser Art kaum verwirklichen.











