Kunst und Krimi - das muss kein Gegensatz sein. Jana Eilhardt und Galerist Detlev Kümmel machen es möglich, beides zu verbinden.

"Im Regionalmuseum »Oben an der Volme« (Villa Wippermann) sind seit gestern insgesamt 18 Werke des Künstlers Johann Georg Müller (1930–2010) verschwunden. Der Vorfall sorgt für große Besorgnis bei den Verantwortlichen der Ausstellung. Galerist Detlev Kümmel sowie die Ausstellungsorganisatorin Jana Eilhardt haben umgehend reagiert, Alarm geschlagen und bitten nun die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Aufklärung des Vorfalls", heißt es in einer nicht ganz ernst zu nehmenden Mitteilung aus der Villa Wippermann.

Dieses kleine Museums-Krimispiel soll Interessenten der Werke von Johann Georg Müller inspirieren, die Ausstellung nach der Hälfte ihrer Dauer auch ein zweites Mal zu besuchen. Schließlich hängen jetzt 18 neue Bilder im Erdgeschoss des Museums. Nur welche das sind, das ist hier die große Frage.

Jana Eilhardt und Detlev Kümmel trauern den verschwundenen Bildern nach.
Foto: Gerdel

Bei der Führung, die der Galerist und Kunstexperte Detlev Kümmel am Sonntag, 19. April, um 14 Uhr im Regionalmuseum anbietet, wird das Krimispiel noch einmal erläutert. Denn als Anreiz zum Mitmachen bei diesem kleinen Versteckspiel, hat der Kunstexperte drei exklusive Druckgrafiken als Finderlohn ausgelobt. Ziel ist es, Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten, die zur Lokalisierung der ausgetauschten Arbeiten führen. "Die Museumsleitung appelliert an alle Besucher sowie an die Öffentlichkeit: Jeder Hinweis kann entscheidend sein," so die dringende, mit einem Augenzwinkern vorgetragene, Bitte von Jana Eilhardt.

Besonders brisant: Unter den Arbeiten befindet sich auch eines der bedeutendsten Werke der Ausstellung. Dabei handelt es sich um die „Florale Komposition“ aus dem Jahr 1976, ausgeführt in Öl auf Papier und Leinwand (Werkverzeichnis MX7/27). Das Werk galt als zentrales Exponat und ist nun nicht mehr an seinem vorgesehenen Platz.

Einige der neu ausgestellten Bilder sind leicht zu finden bei anderen fällt die Suche schwer. Die ersten drei erfolgreichen "Kunstdetektive", die alle 18 neu ausgestellten Bilder identifizieren, bekommen einen hochwertigen Original Holzschnitt von Johann Georg Müller im Wert von 400 bis 500 Euro. Diese hat Galerist Detlev Kümmel als „Finderlohn“ gestiftet. Sollte es niemandem gelingen, alle neuen Werke zu finden, gewinnen die drei Mitspieler, die die meisten getauschten Bilder finden können.

Die Idee, die Auswechslung der Bilder mit einem kleinen Gewinnspiel zu kombinieren, hatten Jana Eilhardt und Detlev Kümmel gemeinsam. "Wir fanden es einfach langweilig, die Bilder kommentarlos auszutauschen und sie sind jetzt ja nun mal aus der Ausstellung verschwunden - warum also nicht einen Krimi daraus machen", freuen sich beide über ihre Idee.

Die Nummern der Bilder, die als neu entdeckt wurden, können Jana Eilhardt direkt im Museum genannt werden, die Auflösung kann aber auch telefonisch an 01522 283 2566 oder per E-Mail an [email protected] übermittelt werden. Die letzten Tipps können am 4. Mai abgegeben werden, die Preisübergabe erfolgt am 7. Mai um 18.30 Uhr in der Villa Wippermann.