Am Dienstag, 21. April, ist die Volksbank Kierspe auf den Tag genau 125 Jahre alt. Für die Vorstände Stephan Baldschun und Stephan Böhse ein Grund zum Feiern: Mit Rosen und Getränken begrüßt das Team der Volksbank Kierspe ihre Kunden zum Jubiläum in der Schalterhalle.

Überregionale Nachrichten

31 Mitglieder zählte die Volksbank Kierspe – damals noch unter dem Namen „Kiersper Spar- und Darlehnskassen-Verein“ – bei der Gründung am 21. April 1901. Mittlerweile sind es 2627 Teilhaber an der Genossenschaft und ein gesamtes Kundenvolumen von beinahe 350 Millionen Euro im Jahr 2025.

Erster Vorstandsvorsitzender wurde nach Gründung der Kiersper Arzt Friedrich Deisting, den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden übernahm Pastor Nierhoff und Rendant, also Rechnungsführer der Bank, wurde der Lehrer Otto Schmidtmann. Mit zwei Weltkriegen, Inflationen und Währungsumstellungen hatten die Gründungsväter der Volksbank Kierspe keinen leichten Start.

Gründungsvertrag der Volksbank Kierspe vom 21. April 1901
Foto: Volksbank Kierspe / Archiv

Die D-Mark-Eröffnungsbilanz schloss mit einer Bilanzsumme von 314.000 D-Mark ab, Ende des Jahres 1949 wurde bereits ein Umsatz von 20 Millionen Mark erwirtschaftet. Diese positive Entwicklung setzte sich auch in den folgenden Jahrzehnten fort und sorgte bei steigender Mitarbeiterzahl auch für einen steigenden Platzbedarf.

Regelmäßige Renovierungen der Geschäftsstelle

1965 wurde das neue Hauptgebäude am Felderhof bezogen, 1973 folgte der Umzug in die Kölner Straße 98. Am 15. Juni 1981 folgte der Umzug in die Friedrich-Ebert-Straße, das Gebäude wurde Ende der 80er-Jahre sowie 1995 mehrfach erweitert. Im Jahr 2003 wurden die Räumlichkeiten renoviert, der letzte Umbau folgte 2012. Im Jahr 1997 wurde zudem die neue Zweigstelle an der Hauptstraße in Rönsahl eröffnet.

2001 konnte die Volksbank Kierspe, die seit 1979 unter diesem Namen firmiert, ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. In einem großen Festakt im und um das Pädagogische Zentrum (PZ) der Gesamtschule gab es eine zirkusartige Vorführung mit Jonglage und Artistik, Musik von "Cool Pepper" auf der Bühne und auf dem Platz vor dem PZ Dosenwerfen für Kinder und ein gemütliches Zusammensein für die Eltern.

Im Jahr 2002 folgte dann die Umstellung auf den Euro. "Lange Warteschlangen in der Kassenhalle waren die Folge. Für die Volksbank war dies eine große logistische Herausforderung. Für 1,95583 DM erhielten die Kunden einen Euro. In dieser Zeit war so viel Bargeld in unserem Haus, wie noch nie zuvor. Die D-Mark-Bestände wurden fortlaufend abgegeben und zeitgleich waren die Tresore voller EUR-Noten und Münzgeld - Starterkits", heißt es in der Chronik für das Jahr.

Neue Vorstände bis heute im Amt

2005 wurde unter den Vorständen eine weitere Führungsebene eingerichtet. Die drei Prokuristen Stephan Böhse, Clemens Wieland und Friedhelm Kaminetzki übernahmen Leitungsfunktionen. Im Oktober 2008 rückte Böhse in den Vorstand auf und folgte auf Wolfgang Suhl. Ein halbes Jahr später wurde Stephan Baldschun in den Vorstand berufen. In einer kurzen Übergangszeit leiteten die beiden gemeinsam mit Wilhelm Lockemann die Geschicke der Bank. Seitdem Lockemann Ende 2009 in den Ruhestand ging, bilden Baldschun und Böhse das Führungsduo der Volksbank Kierspe.

Stephan Böhse (links) und Stephan Baldschun (rechts) lenken seit 2009 gemeinsam die Geschicke der heimischen Volksbank.
Foto: Maximowitz

2016 schloss die Bank die Filialen Bahnhof und Dorf. Neben der Hauptstelle an der Friedrich-Ebert-Straße ist nun nur noch die Geschäftsstelle in Rönsahl mit Personal besetzt. Auch dort wurden 2017 die Öffnungszeiten gekürzt. Als Ausgleich wurde im Mai 2018 eine Selbstbedienungs-Filiale im Bereich Kierspe-Dorf eröffnet.

Rückläufiger Mitglieder-Trend

In den späten 2010-er Jahren gewann die Volksbank Kierspe mehrere Preise, unter anderem als eine der beste Fördermittelberaterbanken oder für hervorragende Vermittlerleistungen im Bereich Bausparen. Jedoch machte sich auch eine Trendwende bemerkbar: Sprach man 2018 noch von ca. 4000 Mitgliedern der Genossenschaft, wird im Jahresrückblick 2019 mit 3.800 Mitgliedern erstmals ein rückläufiger Trend erwähnt.

Bankautomaten-Sprengung

Der 1. Februar 2023 wird dem Team der Volksbank negativ im Gedächtnis bleiben: Die Automatenfiliale in der Friedrich-Ebert-Straße 365 wurde Opfer von Verbrechern. Zwei Sprengungen verursachten rund 300.000 Euro Sachschaden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die drei Täter wurden von der Polizei nach einer Verfolgungsjagd in Oedenthal gestellt und nach der Gerichtsverhandlung zu je fünf Jahren Haft verurteilt. Im März 2024 konnte der Standort durch Baldschun und Böhse neu eröffnet werden, nachdem rund 500.000 Euro in den Standort investiert worden sind.

Nach einem Überfall mit zwei Sprengungen wurde die SB-Filiale in der Friedrich-Ebert-Straße zerstört.
Foto: Polizei MK

Im August 2023 ging Friedhelm Kaminetzki in den Ruhestand – kurz zuvor war er für 50 Jahre Betriebszugehörigkeit ausgezeichnet worden. Die Folgejahre waren geprägt durch zahlreiche Jubiläen von Geschäftspartnern vor Ort sowie der Unterstützung verschiedenster Vereine im Stadtgebiet.

Zum 50. Jubiläum gratulierten die Vorstände Stephan Baldschun (links) und Stephan Böhse (rechts) Friedhelm Kaminetzki.

In diesem Jahr hingegen feiert die Volksbank selbst ihr Jubiläum. Neben der Veranstaltung am 21. April wird auch beim Stadtfest am 12. und 13. September das Jubiläum der Volksbank eine Rolle spielen.