In den kommenden Tagen sind erneut Temperaturen um 35 Grad angekündigt. Diese sind gerade für Menschen mit hoher körperlicher Belastung eine Herausforderung. Zu ihnen zählen auch Rettungskräfte. LokalDirekt hat beim Märkischen Kreis nachgefragt, wie sich der Rettungsdienst auf die bevorstehende Hitzewelle vorbereitet.

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Rettungswachen ohne Klimaanlage

Anders als das Kreishaus, das in Teilen des Altbaus und im Neubau über eine Klimaanlage verfügt, sind die Rettungswachen des Märkischen Kreises nicht klimatisiert. Alexander Bange, Pressesprecher des Märkischen Kreises, erklärt: "Der sommerliche Wärmeschutz wird entsprechend den gesetzlichen Vorgaben bei Neubauten und Sanierungen berücksichtigt."

Weiter führt er aus, dass die Anforderungen zukünftig mit Anwendung des aktuellen Klimastrategie-Konzeptes für den Märkischen Kreis und der Verwendung wärmespeichernder, nachhaltiger Dämm-Materialien zum Teil sogar übertroffen werden würden. Dazu gehörten außenliegender Sonnenschutz an Fenstern, Dachbegrünungen, helle Fassaden zur Reduzierung der Aufheizung sowie die Reduzierung beziehungsweise Entsiegelung befestigter Flächen zur Verbesserung der Verdunstung und Verringerung von Hitzeinseln.

Bei der vergangenen Hitzewelle Ende Juni, gab es laut Bange beim Rettungsdienst des Märkischen Kreises während der heißen Tage keine Personal- und Fahrzeugausfälle, die auf die Wetterlage zurückgeführt werden konnten.

Wasser und Lüftungsroutinen für Einsatzkräfte

Der Sprecher des Märkischen Kreises merkt an, dass die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes durch die persönliche Schutzausrüstung mitunter auch mehr Flüssigkeit ausschwitzen würden. "Gleiches gilt natürlich auch unter anderem für Feuerwehren und Polizei." Um diese Flüssigkeitsverluste auszugleichen, stellt der Kreis den Einsatzkräften Wassersprudler und -kästen auf den Wachen zur Verfügung. Um ein Aufheizen der Rettungswachen zu verhindern würden laut Bange die "allgemein üblichen Lüftungsroutinen berücksichtigt".

Auch für Einsatzkräfte ist es wichtig, viel zu trinken
Foto: Maximowitz

Hitze belastet Material

Doch nicht nur für die Einsatzkräfte, auch für das Material bergen zu hohe Temperaturen Gefahren. Manche Medikamente beispielsweise haben eine maximale Lagertemperatur. Werden sie stärker erwärmt, dürfen sie nicht mehr genutzt werden.

Der Märkische Kreis nutzt dafür auf den Wachen sowie in den Rettungswagen und Notarzt-Einsatzfahrzeugen spezielle Medikamentenkühlschränke. "Die Temperatur der Medikamentenkühlschränke auf den Rettungswachen wird regelmäßig überwacht. Sollte es dort, im Rettungswagen oder an der jeweiligen Einsatzstelle doch mal zur Überschreitung der maximalen Lagerungstemperatur kommen, müssen die betroffenen Medikamente entsorgt und ersetzt werden", sagt Bange.

Die genaue Ursache eines Rettungsdiensteinsatzes finden die Einsatzkräfte selten heraus, erklärt der Pressesprecher. Abschließend ergänzt er jedoch: "Insgesamt können wir aber festhalten: es gab an den heißen Tagen ein höheres Einsatzaufkommen."

Das Bundesumweltministerium gibt Verhaltenstipps für das warme Wetter:

  • Verlagern Sie Ihre Aktivitäten im Freien auf die Morgen- oder Abendstunden.
  • Meiden Sie die pralle Sonne und starke körperliche Belastungen.
  • Lüften Sie ausschließlich nachts und am frühen Morgen, wenn es draußen kühler ist als drinnen.
  • Schließen Sie tagsüber die Fenster und verdunkeln Sie die Räume, beispielsweise mittels heruntergelassener Rollläden.
  • Halten Sie sich nach Möglichkeit in kühlen Räumen auf.
  • Kühlen Sie Ihren Körper von außen mit nassen Tüchern auf Beinen, Armen, Gesicht oder Nacken.
  • Befeuchten Sie Ihre Haut per Schwamm oder Sprühflasche mit Wasser.
  • Nehmen Sie kühle – aber nicht zu kalte – Duschen oder (Fuß-)Bäder.
  • Führen Sie Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zu (täglich mindestens anderthalb bis zwei Liter!).
  • Gleichen Sie den durch Schwitzen verursachten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit isotonischen Getränken, stärker mineralisiertem Wasser, verdünnten Säften, Früchte- und Kräutertees oder lauwarmer klarer Brühe aus.
  • Verzichten Sie auf Getränke mit Alkohol, Koffein oder viel Zucker – diese können den Körper austrocknen.
  • Vermeiden Sie sehr kalte Getränke – diese können Magenbeschwerden hervorrufen.
  • Nehmen Sie Ihr Essen möglichst verteilt über den Tag in mehreren kleinen leichten Mahlzeiten (Salate und wasserreiches Obst und Gemüse wie beispielsweise Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Melonen) zu sich.