Bereits seit mehr als zehn Jahren engagiert sich der Breckerfelder Chor Voices2Help für wohltätige Zwecke. Im Rahmen des jüngsten Weihnachtskonzerts kam eine Spendensumme in Höhe von 1.800 Euro zusammen, die nun an den Hagener Jugend- und Kinderhospizdienst Sternentreppe übergeben wurden.
"Eure Arbeit ist eine Herzensangelegenheit von mir", erklärt Hanni Kötting von Voices2Help im Pressegespräch am Montag, 15. Februar. Dieses fand in den Räumen des Kinder- und Jugendhospizdienstes statt. Von hier aus werden nicht nur Hagener Familien, sondern auch solche aus Halver, Schalksmühle und Breckerfeld betreut.
"Wir verstehen uns bewusst nicht als Sterbe-, sondern als Lebensbegleitung", betont Einrichtungsleiterin Antje Sendzik. "Wir begleiten Familien in belastenden Lebenssituationen. Viele Kinder und Jugendliche, die unsere Dienste in Anspruch nehmen, erreichen das junge Erwachsenenalter. Wir schaffen durch unsere tägliche Arbeit Zeit und Ressourcen - für Urlaube, Ausflüge oder auch einfach mal, um Geschwisterkinder zum Fußballtraining bringen zu können." Darüber hinaus bietet der Dienst, bei dem neben den sieben Hauptamtlichen auch rund 80 Ehrenamtliche beschäftigt sind, Gesprächskreise, die Vernetzung mit anderen betroffenen Familien sowie Gruppen für Mütter und Väter an.
"Wir wissen, dass hier Geld benötigt wird"
Das Benefizkonzert fand in der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres statt. Hanni Köttig legt besonderen Wert darauf, dass möglichst der komplette Erlös an die Empfänger geht - "ohne, dass von dem Betrag dann erst noch die Kosten für den Pianisten und die Technik abgezogen werden müssen". Möglich sei dies dem Chor, der aktuell aus sechs aktiven Teilnehmern besteht, nur durch Spenden - und seine "treue Zuhörerschaft", wie Köttig weiter ausführt.
An den Jugend- und Kinderhospizdienst spenden sie bereits zum zweiten Mal - "weil wir die Arbeit nicht nur lobens-, sondern auch absolut bemerkenswert finden", sagt Hanni Köttig. Und betont weiter: "Wir wissen, dass hier Geld benötigt wird, und freuen uns, wenn es dort landet, wo es gebraucht wird - und auch die Arbeit der Ehrenamtlichen damit unterstützt wird."
Auf Spenden angewiesen
Tatsächlich, so ergänzt Antje Sendzik, ist die Einrichtung gezwungen, einen Teil ihres Angebots über Spenden zu finanzieren: "Die Gehälter der Hauptamtlichen, unsere Dienstfahrzeuge und die Miete für die Räume wird über die Krankenkassen abgerechnet. Zusätzliche Angebote, wie zum Beispiel gemeinsame Ausflüge in einen Freizeitpark, oder das von uns angebotene therapeutische Reiten, sind nur durch Spenden möglich." Erklärtes Ziel sei es dabei, den Familien schöne Momente zu ermöglichen.
Hanni Köttig hält besonders die Gesprächsangebote für wichtig: "Ich habe selbst im Kindesalter meinen Cousin verloren. Die Erwachsenen haben damals ein furchtbar großes Geheimnis daraus gemacht, niemand hat so richtig mit mir gesprochen. Ich kann mich bis heute erinnern, wie befremdlich ich das fand." Antje Sendzik stimmt ihr zu: "Wir versuchen, sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen da abzuholen, wo sie stehen - dazu gehören auch intensive Gespräche mit Geschwisterkindern."
Ehrenamtliche gesucht
Wer Interesse hat, die Arbeit des Hagener Hospizdienstes ehrenamtlich zu unterstützen, kann sich in einem Kurs dafür qualifizieren. Dieser startet am Donnerstag, 5. März, und endet vor den Sommerferien. Weitere Kurse sind entweder noch für kommenden Herbst, spätestens jedoch im nächsten Jahr geplant. Interessierte können sich bei Barbara Drepper vom Hospizdienst per Mail melden.










