Auch Lüdenscheids fünfte „Nacht der Kultur“ darf als Erfolg verbucht werden. Selbst einzelne Regenschauer konnten den zahlreichen Besuchern den Spaß an dem gebotenen Kulturleben nicht vermiesen. Die kamen nicht nur aus Lüdenscheid. Denn im Umfeld der Kreisstadt hat sich inzwischen herumgesprochen, dass die Kulturnacht eine Besuch der Bergstadt wert ist.
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Und so schlenderten wie schon in den vergangenen Jahren Hunderte, in der Summe sicherlich sogar Tausende, durch die Lüdenscheider Innenstadt, um die kreativen Arbeiten der Kulturschaffenden zu bewundern. An 15 Stationen wurde von 18 bis 22 Uhr Musik, Theater und Kunst nonstop geboten.
Dabei erinnerten die von Lüdenscheider Schülerinnen und Schüler entwickelten und von Künstler Tom Groll begleiteten Lichtkunstprojekte unter dem Titel „Urban Glow“ viele Besucher an die beliebten „Lichtrouten“.
Auch die einmalige Atmosphäre lobten die Gäste und bestätigten damit die Worte von Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, der in seiner Eröffnungsrede hervorgehoben hatte, dass Kultur das Leben der Stadt bereichert. Kultur könne „mühelos Brücken für ein friedliches und demokratisches Miteinander schlagen“. Das wurde auch durch die Teilnahme von Besuchergruppen aus Lüdenscheids Partnerstädten unterstrichen. Sebastian Wagemeyer hieß eine fünfköpfige Besuchergruppe aus Myslenice ebenso willkommen wie die Freunde aus Brighouse/Calderdale, die sogar mit dem Auftritt ihres Chores „WAM“ das Kulturprogramm bereicherten.
Es gab viel zu sehen und zu hören an den 15 Standorten, die sich in der Innenstadt von der Phänomenta im Bahnhofsviertel über die Alte Post (VHS), Museum, Kulturhaus und Stadtbücherei bis hinauf zur Musikschule am Staberg verteilten. Dazu kamen noch viele andere Stationen wie Capitol, Eigenart, Altstadtbühne, Dahlmann, Erlöserkirche, Ge-Denk-Zellen, Musikhaus Auth und Music Store und Loge Zum Märkischen Hammer.
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Es waren teils kleine, stille Aktionen, die den Besuchern gefielen, etwa Buchlesungen oder Vorträge, wie Rolf Beckers „Reise in das Herz der Milchstraße“. Es gab aber auch spektakuläre Aktionen, die die Menschen in ihren Bann zogen. Dazu gehörten sicherlich der Auftritt von Clowns and Company mit gekonnter Artistik und Jonglage im Kulturhaus und die Monster- und Lichtshow der Integrativen Kulturwerkstatt „Alte Schule“ in der Alten Post (VHS). Dort, unterm Dach, verbarg sich der vielleicht fantasievollste Beitrag zum Urban-Glow-Projekt. Mit tollen Lichteffekten hatten die Schülerinnen und Schüler der Schule an der Höh auf dem Dachboden Traumlandschaften inszeniert.
Naturphänomen auf Kopf gestellt: Polarlichter sind insbesondere in den Polargebieten am Himmel zu beobachten. Während des Projekts „Urban Glow“ bei der Nacht der Kultur wurde der Pump Track in Kulturgarten zum Spiegel dieser in unseren Breitengraden eher seltenen Naturerscheinung. Allerdings spiegelte der Parcours das Phänomen nicht wirklich.
Die Nordlichter auf dem Sportgelände waren eins von mehreren Experimenten mit Licht, die einen Hauch von Lichtrouten in die Stadt brachten. Sechs Schülerinnen des Bergstadt-Gymnasiums hatten sie zusammen mit Thomas Schielke und Matthias Boeser, beide Lichtplaner bei ERCO, entwickelt. Illuminierte Bäume bildeten den Rahmen für den imaginären Himmelsspiegel. Einige Biker nutzten die Attraktion für waghalsige Fahrten im Halbdunkel.
Phänomenta
Eine der vielen Anlaufstellen der Besucher war die Phänomenta Lüdenscheid. Den Auftakt machte hier der Reit- und Fahrverein Werdohl-Rentrop mit einer Voltigier-Aufführung auf einem Holzpferd. In verschiedenen Einzel- und Doppelvorführungen demonstrierten sie eindrucksvoll ihr akrobatisches Können.
Ein weiteres Highlight war der Auftritt des alevitischen Gemeinde- und Kulturvereines. Dieser trat auf einer Bühne in der „Bewegten Welt“ auf. Mit seinem Spiel auf den traditionellen türkischen Zupfinstrumenten, den sogenannten Baglama, begeisterten sie das Publikum.
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Als dritten Programmpunkt, eroberte die Coverband „Finally Friday“ die Bühnen der Phänomenta. „Finally Friday“ ist eine neunköpfige Band aus Lüdenscheid, die ihre Leidenschaft für Musik jeden Freitag bei dem gemeinsamen Proben lebt. Dabei besteht sie aus insgesamt vier Sängern, zwei Gitarren-, Bass-, Keyboard und Schlagzeug-Spielern.
Museen der Stadt Lüdenscheid
In den Museen der Stadt Lüdenscheid gab es ebenfalls ein umfangreiches Programm. Hauptattraktion des Abends war die Eröffnung der Ausstellung „Zuhause – Ein fotografisches Langzeitportrait Lüdenscheids“. So nahm Steve, Lüdenscheider Urgestein und Fotograf, die Besucher mit auf eine Reise durch die letzten 20 Jahre als Fotograf in Lüdenscheid.
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Spannend ging es anschließend beim Schätztag mit Detlev Kümmel weiter. Die Besucher hatten die Möglichkeit, ihre persönlichen Schätze von Sammlerstücken über seltene Raritäten bis hin zu geerbten Erinnerungsstücken, mitzubringen. Detlev Kümmel nahm die Antiquitäten genau unter die Lupe und schätzte ihren Wert.









