Der Zustand der Volme in Meinerzhagen war Thema einer Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Klima, Planung, Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität am Donnerstag, 11. Juni. Fraktionsvorsitzender Karl Hardenacke äußert die Sorge, dass sich die Gewässerqualität verschlechtert. Laut LokalDirekt-Informationen könnten die Kläranlagen in Meinerzhagen und Kierspe geschlossen werden.
Er erklärt im Rahmen seiner Anfrage, die er im Vorfeld schriftlich an die Stadt geschickt hat: "Der unbefriedigende ökologische Zustand hat sich im Planungszeitraum eher verschlechtert." Aufgrund der rechtzeitigen Anfrage konnte Jürgen Tischbiereck den Ausschussmitgliedern umfangreiche Einblicke geben.
Hohe Anforderungen an Wasserqualität
"Ich komme aus der Wasserwirtschaft, vieles ist toll, was man sich da vorstellt, aber vieles ist auch einfach nicht möglich", erklärte der Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen mit Blick auf die gewachsene Situation in Meinerzhagen. Er befand, die gesetzten Ziele, ob Land, Bund und EU, seien „hoch gesteckt“.
Für den schlechten Zustand des Gewässers seien als Hauptgründe eine historische Bebauung und die intensive industrielle Nutzung des Stadtgebietes ausschlaggebend, so Tischbiereck.
Ein weiteres Problem ist die Kläranlage Meinerzhagen. Auf Anfrage von LokalDirekt teilt der Ruhrverbands-Pressesprecher Markus Rüdel mit: "Im Falle der Kläranlage Meinerzhagen, die etwa drei Kilometer unterhalb der Volmequelle liegt, verschlechtert die Einleitung des gereinigten Abwassers jedoch die Gewässerqualität der Volme. Somit entspricht die Gewässerqualität der Volme an dieser Stelle nicht mehr den Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie."
Schalksmühle könnte Abwasserreinigung im gesamten Volmetal übernehmen
Aus diesem Grund arbeiten die Kommunen, der Ruhrverband und weitere Partner an einem aktualisierten Abwasserbeseitigungskonzept. Dabei stehe zur Debatte, ob die Kläranlage in Meinerzhagen, die um die Jahrtausendwende errichtet wurde, modernisiert oder geschlossen werde. Sollte die Kläranlage an der Meinerzhagener Volmestraße geschlossen werden, steht auch die Kiersper Anlage zur Diskussion. Denn die Leitungen zur Kläranlage Volmetal in Schalksmühle-Stephansohl, die dann die Abwasserbeseitigung übernehmen würde, führen direkt an der Kiersper Kläranlage vorbei. Auch die Abwässer Kierspes würden dann vermutlich in Schalksmühle aufbereitet werden. Die Entscheidung erwartet der Ruhrverband im kommenden Jahr.
Auf den Vorwurf Hardenackes, dass die Verschlechterung der Abwasserqualität vor allem durch Bebauung entlang der Volme komme, entgegnete Tischbiereck: "Es gilt für Bauvorhaben an der Volme, wie bei allen anderen Gewässern, das Verschlechterungsverbot. Aber die Stadt ist gar nicht die Genehmigungsbehörde, sondern der Kreis." Seine Kollegin Lea Wember, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, betont jedoch: "Wir haben ein Platzproblem." Aufgrund der aufgestellten Bebauungspläne könnt Bauanträge, die den Plänen entsprechen, nicht abgelehnt werden, so Wember.
Zum Ende der Beratung gab es jedoch noch ein Lob für die Stadt: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Stracke ergänzte, dass er als Anwohner an der Volme finde, dass viel erreicht worden sei.









