Die CDU-Fraktion möchte die Entwicklung neuer Gewerbeflächen in Heedfeld Süd vorantreiben. Mit einem Antrag für die Ratssitzung am Montag, 6. Juli, fordert sie die Verwaltung unter anderem auf, mögliche Erweiterungsflächen zu prüfen, Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg zu führen und die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Entwicklung zu schaffen.
Hintergrund des Antrags sei, so die CDU, der Mangel an verfügbaren Gewerbeflächen: "Betriebe, die vor Ort wachsen wollen, finden keine geeigneten Grundstücke. Und Unternehmen von außerhalb, die sich bei uns ansiedeln würden, weichen auf Nachbarkommunen aus, weil wir schlicht nichts anbieten können", heißt es in der Begründung. Die Fraktion sehe insbesondere im Bereich Heedfeld Süd Potenzial für eine Erweiterung oder Neuausweisung von Gewerbeflächen. Neben der verkehrsgünstigen Lage an der A45 verweist sie auf die aus ihrer Sicht günstigen topografischen Voraussetzungen.
Politischen Auftrag erteilen
Die Christdemokraten betonen, der Antrag richte sich ausdrücklich nicht gegen die Arbeit der Verwaltung. Vielmehr solle das Thema politisch stärker in den Fokus rücken. "Es gibt einen Unterschied zwischen laufender Verwaltungsarbeit und einem klaren politischen Auftrag des Rates", erklärt Fraktionsvorsitzender André Krause auf Nachfrage von LokalDirekt. Mit einem Ratsbeschluss solle der Entwicklung neuer Gewerbeflächen "mehr Priorität und Verbindlichkeit verliehen werden". Gleichzeitig stärke ein entsprechender Beschluss der Verwaltung den Rücken — etwa in Gesprächen mit der Bezirksregierung oder Grundstückseigentümern.
Tempo und Verfügbarkeit
Den größten Handlungsbedarf sieht die CDU beim Tempo der Entwicklung. Zwar lägen mit dem Regionalplan und einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2018 bereits wichtige Grundlagen vor, verfügbare Gewerbeflächen gebe es jedoch nach wie vor nicht. "Diese Unternehmen warten nicht, sie weichen auf Nachbarkommunen aus. Jedes Jahr ohne verfügbare Flächen kostet uns Gewerbesteuer und Arbeitsplätze", so Krause. Nach Einschätzung der CDU liege die größte Herausforderung derzeit im Grunderwerb.
Darüber hinaus möchte die Fraktion erreichen, dass dem Rat und dem zuständigen Fachausschuss zeitnah konkrete Vorschläge für die Entwicklung geeigneter Flächen vorgelegt werden. Außerdem solle der Dialog mit der Bezirksregierung weiter vorangetrieben werden, damit nach einem erfolgreichen Grunderwerb möglichst schnell gehandelt werden könne.
Verwaltung: Planungen laufen bereits
Die Gemeindeverwaltung verweist darauf, dass wesentliche Grundlagen für die Entwicklung neuer Gewerbeflächen bereits geschaffen worden seien. So liege eine Machbarkeitsstudie vor, die im Rahmen des Gewerbeflächenkonzeptes des Märkischen Kreises erstellt worden sei. Darüber hinaus seien sämtliche Gewerbeflächenbedarfe der Gemeinde bereits im rechtskräftigen Regionalplan dargestellt worden. Dem seien nach Angaben der Verwaltung umfangreiche Abstimmungen mit der Bezirksregierung Arnsberg vorausgegangen.
Auch beim Grunderwerb seien bereits Teilflächen gesichert worden.
Grunderwerb bleibt entscheidend
Sowohl die CDU als auch die Verwaltung sehen den noch ausstehenden Grunderwerb als entscheidenden Schritt für die weitere Entwicklung. Erst wenn dieser abgeschlossen sei, könnten die notwendigen Bauleitplanverfahren — darunter die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans — eingeleitet werden.
Nach Einschätzung der Verwaltung könnte bei einem erfolgreichen Grunderwerb im Laufe des Jahres 2026 innerhalb von rund zwei Jahren Baurecht geschaffen werden. Für die Erschließung der Flächen und den Ausbau der notwendigen Infrastruktur seien anschließend mindestens zwei weitere Jahre erforderlich.
Beratung im Rat
Über den Antrag entscheidet der Rat am Montag, 6. Juli. Anschließend soll er voraussichtlich zur weiteren Beratung in die zuständigen Fachausschüsse verwiesen werden.








