Der Waldkindergarten Wiblingwerde wird seinem Namen mehr als gerecht: erreichbar ist er nur zu Fuß, einen Waldweg entlang. Auch das Außengelände ist vollständig naturbelassen. So idyllisch das alles auch klingen mag: Kindertageseinrichtungen wie diese stehen vor Herausforderungen.
"Es wird an der falschen Stelle gespart", erklärt Dr. Gregor Kaiser (Bündnis90/Die Grünen) im Pressegespräch am Mittwoch, 11. Februar. Und meint damit besonders den aktuellen Entwurf zum Kinderbildungsgesetz (KiBiz), der kürzlich in den Landtag eingebracht wurde. Informieren wollte Kaiser sich im Rahmen seines Besuchs aber nicht nur über die Herausforderungen und die Finanzierungsfragen, sondern auch über die tägliche Arbeit in einem Waldkindergarten.
"Die Kosten für die Verkehrssicherung sollte meines Erachtens das Land übernehmen"
Zuwegungen und Außengelände von Waldkindergärten müssen regelmäßig durchforstet werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Sprich: abgestorbene Äste und Bäume müssen entsorgt werden. "Die dafür entstandenen Kosten müssen bislang aus dem Budget unserer Elterninitiative getragen werden", erklärt Marina Hoheisel, Leiterin des eingruppigen Waldkindergartens in Nachrodt-Wiblingwerde. Keine leichte Aufgabe für eine kleine Einrichtung - und auch Dr. Gregor Kaiser hält die Regelung für ungerecht. "Die Kosten für die Verkehrssicherung sollte meines Erachtens das Land übernehmen."
"Mit dem neuen Gesetz soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden"
Der kürzlich eingebrachte Gesetzentwurf soll dem im pädagogischen Bereich herrschenden Fachkräftemangel entgegenwirken, führt Dr. Gregor Kaiser aus. Mit dem Gesetzentwurf will das Land Trägern mehr Spielräume geben – unter anderem durch eine Einteilung in Kern- und Randzeiten. Vorgesehen ist eine Kernzeit von mindestens fünf zusammenhängenden Stunden; insgesamt sollen bis zu neun Stunden Betreuungszeit refinanziert werden. In Randzeiten sollen Kitas flexibler auch ergänzende Kräfte einsetzen können. Kritiker befürchten, dass das am Ende zulasten der Qualität gehen könnte. Die gute Nachricht lautet andererseits: gleichzeitig möchte das Land die Finanzmittel für den Kita-Bereich erhöhen. "Die Politik glaubt, dadurch den Standard in den Betreuungseinrichtungen zu erhöhen - dabei ist das Gegenteil der Fall", erklärt Dr. Gregor Kaiser.
Erhalten bleiben soll auch die Pauschale für eingruppige Kindertageseinrichtungen wie den in Nachrodt-Wiblingwerde: diese soll die Erhaltung solcher Einrichtungen unterstützen. Einerseits bewertet Dr. Gregor Kaiser diese Tatsache positiv, regt aber gleichzeitig eine individuelle Anpassung der Pauschale an die jeweilige Einrichtung an. Entschieden wurde über den Entwurf übrigens noch nicht: "Der Entwurf wurde gerade erst eingebracht, wir werden also sehen, wohin die Reise geht", erklärt Kaiser.
"Ich möchte wissen, wie es den Waldkindergärten geht"
Dem Pressegespräch ging ein "intensiver Austausch" mit dem Team und Mitgliedern der Elterninitiative voraus, wie Marina Hoheisel berichtet. "Wir danken Dr. Gregor Kaiser für den offenen Austausch", erklärt sie. "Ich möchte wissen, wie es den Waldkindergärten geht, und mich dafür einsetzen, Einrichtungen wie diese hier zu erhalten. Deshalb werde ich die individuellen Anliegen, von denen ich heute erfahren habe, mit in den Landtag nehmen", verspricht er.










