Ein heftiger Starkregen, der Keller und Straßen innerhalb kürzester Zeit unter Wasser setzt, ein Vegetationsbrand, der sich durch trockene Flächen rasch ausbreitet oder eine Hitzewelle, wie in diesem Sommer mehrfach erlebt: Extremwetter ist längst kein abstraktes Szenario mehr. Wie Vorsorge konkret aussehen kann und was Kommunen, Feuerwehr, THW, DRK und weitere Partner im Ernstfall leisten, zeigt der Extremwettertag am Samstag, 22. August, von 12 bis 16 Uhr auf dem Otto-Fuchs-Platz in Meinerzhagen.

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Aufklärung statt Belehrung

„Manchmal sind es wenige Stunden Starkregen oder ein heißer Tag zu viel“, sagt Alexandra Hartwig, Klimaschutzbeauftragte des Märkischen Kreises, und ergänzt: „Wir möchten zum Thema Extremwetter die Menschen nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren, sondern zeigen, was jeder Einzelne tun kann. Wer weiß, wo das Wasser im eigenen Umfeld hinfließen könnte, wer einen Notfallvorrat hat und die richtigen Ansprechpartner kennt, gewinnt im Ernstfall wertvolle Zeit.“

Der Extremwettertag setze daher bewusst auf anschauliche Demonstrationen und konkrete Informationen. Die Bürgerinnen und Bürger können sich daher am 22. August nicht nur in Meinerzhagen informieren, sondern Einsatztechnik aus nächster Nähe erleben und sehen, wie Feuerwehr, THW und DRK auf unterschiedliche Gefahrenlagen reagieren.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Meinerzhagen zum Beispiel widmet sich dem Thema Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. Gezeigt werden unter anderem spezielle Waldbrandausrüstung, der Gerätewagen Logistik (GW-L) des Löschzugs Stadtmitte sowie das Tanklöschfahrzeug des Löschzugs Valbert.

Der mobile Hochwasserpegel des THW kann die Wassertiefen von Flüssen messen, an denen sonst keine Messstellen vorhanden sind oder die installierten Messstellen nicht funktionsbereit sind.
Foto: Maximowitz

Auch das Technische Hilfswerk (THW) ist mit den Ortsgruppen Iserlohn und Halver vor Ort und zeigt technische Möglichkeiten für Hochwasser-, Starkregen- und Katastropheneinsätze. Zudem wird demonstriert, wie eine Großpumpe oder der mobile Hochwasserpegel des THW Bergkamen arbeitet. Darüber hinaus stellt sich der DRK-Ortsverein Meinerzhagen mit zwei Fahrzeugen und einem Quad und informiert unter anderem über die gesundheitlichen Folgen von Hitze und Möglichkeiten des Hitzeschutzes.

Gefahren frühzeitig erkennen

Ein Schwerpunkt des Tages liegt auf der Frage, wie sich Gefahren frühzeitig erkennen und das eigene Zuhause besser schützen lassen. Deshalb gibt es am Klimastand des Märkischen Kreises Informationen zu Starkregen, Hochwasser und dem neuen Alarmierungssystem des Kreises. Besonders anschaulich wird es bei der Live-Demonstration der Starkregengefahrenkarte: Diese zeigt, wo bei intensiven Niederschlägen Wasser entstehen und welche Bereiche besonders betroffen sein könnten. Mit dabei ist auch die Stadt Meinerzhagen, die über Katastrophenschutz und Eigenvorsorge informiert.

Gregor Heggemann und Alexandra Hartwig sind das Klima-Team beim Märkischen Kreis.
Foto: Hannah Heyn / Märkischer Kreis

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) bringt außerdem aktuelle Klimadaten für Meinerzhagen mit. Im Fokus stehen die Entwicklung von Hitze und Niederschlag. Interessierte können darüber hinaus den Klimaatlas kennenlernen.

Wie sich das eigene Gebäude gegen eindringendes Wasser schützen lässt, zeigt dagegen das Hochwasser-Kompetenz-Centrum (HKC) mit einem entsprechenden Fahrzeug. Dort werden verschiedene Möglichkeiten der baulichen Vorsorge vorgestellt: von mobilen Schutzsystemen und mobilen Deichen bis hin zur Flutbox für die Kellerentwässerung. Auch ein Notfallkoffer gehört zum Angebot.

„Wir wollen, dass die Menschen nach diesem Nachmittag nicht nur sagen: ‚Das waren interessante Fahrzeuge‘“, betont Gregor Heggemann vom Klima-Team des Kreises. „Idealerweise schauen sie nach der Veranstaltung mit einem anderen Blick auf ihr eigenes Haus, ihre Straße und ihre Umgebung: Wo könnte Wasser reinlaufen? Was mache ich, wenn der Strom ausfällt? Wen muss ich erreichen können? Solche Gedanken kosten wenig Zeit, können im Ernstfall aber einen großen Unterschied machen.“

Grillstand und Getränke

Für die Verpflegung sorgt während des Aktionstags die Jugendfeuerwehr der Stadt Meinerzhagen mit einem Grillstand, während und der gemischte Chor „MixTour“ die Getränkeversorgung übernimmt.