Fachkräftemangel betrifft nicht nur Firmen und öffentliche Ämter. Auch die Kirche leidet unter fehlendem Personal. Wenn zu viel Arbeit auf zu wenigen Schultern lastet, suchen sich verdiente Mitarbeiter einen Ausweg. So auch in der Pfarrei Christus-König in Halver, in der die langjährige Pfarrbeauftragte und Gemeindereferentin Eva Koch nun für sich persönlich Konsequenzen gezogen hat.

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Pfarrei bedauert Weggang

„In mir ist etwas zerbrochen, ein weiteres Arbeiten hier in der Pfarrei Christus-König kann ich für mich nicht mehr verantworten“, sagt Eva Koch, die, nachdem sie ihr Amt als Pfarrbeauftragte bereits im März aufgegeben hat, nun auch als Gemeindereferentin ab dem 31. Mai nicht mehr in der Pfarrei tätig sein wird.

Die Pfarrei Christus König bedauere ihren Weggang sehr: "Wir sind Eva Koch für ihr langjähriges und engagiertes Wirken in Halver, Breckerfeld, Schalksmühle und Hagen-Dahl außerordentlich dankbar. Wir haben gerne mit ihr zusammengearbeitet", heißt es im Gemeindebrief. Daher werde die Pfarrei Eva Koch am Sonntag, 31. Mai, in einem würdigen Rahmen verabschieden.

Die Pfarrei, die für Halver, Breckerfeld, Schalksmühle und Dahl zuständig ist, verliert mit der 35-Jährigen eine engagierte Mitarbeiterin. Die Naturliebhaberin Eva Koch kam nach ihrem religionspädagogischen Studium und ihrer anschließenden dreijährigen Ausbildung zur Gemeindeassistentin in Mülheim-Styrum nach Halver, weil sie sich hier im Grünen wohl fühlt und auch schon Kontakte nach Breckerfeld hatte.

Als Pfarrbeauftragte leitete sie, gemeinsam mit Pater David Ringel, die fünf Gemeinden der Pfarrei. „Bei dieser Arbeit ging es darum, Ziele zu setzen, wie die Pfarrei zukunftsfähig wird, die Koordinierung der Sanierung der St. Jakobus-Kirche in Breckerfeld und um die Führung der pastoralen Mitarbeiter“, erzählt sie im Gespräch mit LokalDirekt.

Auch wenn sie in den letzten Monaten für diese Arbeiten Unterstützung durch die Verwaltungsleiterin Raphaela Tweer erhalten habe, sei das hohe Arbeitspensum für fünf Gemeinden für sie zu viel geworden. „Aus Mülheim-Styrum kannte ich es so, dass man sich auf eine Gemeinde konzentrieren konnte“, sagt Koch. Zwar sei sie bei ihrer Einstellung 2016 durch den damaligen Pfarrer Claus Optenhöfel darauf vorbereitet worden, dass in der Pfarrei Christus-König jeder Mitarbeiter für gleich fünf Gemeinden zuständig ist, doch könne sie dieses Arbeitspensum für sich nicht mehr verantworten.

In den letzten Jahren lag Kochs Hauptarbeitsbereich als Gemeindereferentin hauptsächlich im Bereich der Familien- und Kinderpastoralarbeit. Dazu gehörten die Vorbereitungen für die Erstkommunion, die Turnhallengottesdienste und die Verbindung als Ansprechpartner für die katholischen Kindergärten. "Mir fehlte es dabei aber schlussendlich an der Führung und Verantwortung von Seiten der Vorgesetzten“, sagt sie und fasst ihren Entschluss zur Kündigung so zusammen: „Ich habe mich über einen langen Zeitraum nicht gehört und gefühlt gesehen.“

Auf den "moralischen Kompass" gehört

„Die Arbeit hier hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber mein moralischer Kompass sagt mir ganz klar, dass ich hier einen Schlussstrich ziehen muss“, so die 35-Jährige und betont gleichzeitig, dass sie mit mehr als einem weinenden Auge gehe. Auch von den Gemeindemitgliedern erfahre sie viel Bedauern über ihren Weggang. Die Pfarrei sei in Sachen Personalmangel jedoch kein Einzelfall: „Es arbeiten einfach zu wenig Leute für zu viel Arbeit. Aber ich weiß auch, dass im ganzen Bistum Personalmangel herrscht“, sagt Eva Koch.

Lange habe sie sich mit der Frage beschäftigt, ob eine Kündigung die Lösung darstellt. „Ich habe auch mit anderen Kollegen gesprochen. Wir haben uns gut verstanden und auch gegenseitig motiviert“, beschreibt sie ihre Überlegungen. „Natürlich habe ich Gespräche mit Vorgesetzen gesucht. Leider habe ich auch da keine gute Lösung erfahren“, bedauert sie.

„Die Entscheidung zum Abschied war letztlich eine persönliche", fasst Eva Koch abschließend ihren Kündigungsgrund zusammen. "In meiner anspruchsvollen Tätigkeit als Leitung der Pfarrei habe ich mir mehr Unterstützung und Rückhalt seitens der Personalabteilung gewünscht.“

Wechsel in die Kita

Während der Entscheidungsfindung habe sie sich, so sagt Eva Koch, natürlich auch die Frage gestellt: "Wird es mir woanders besser ergehen?" Eine Frage, die sie hoffe, bald mit ja beantworten zu können — denn in Kürze wird sie an ihrem neuen Arbeitsplatz, dem katholischen Kindergarten in Breckerfeld, ihre Tätigkeit als Erzieherin und Pädagogische Fachkraft beginnen.