Neue Namen für Friedhofswege, ein digitales Grabstättenkataster und eine überarbeitete Gestaltungssatzung: Die FWG will die Kiersper Friedhöfe neu aufstellen.
Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) möchte, dass die Kiersper Friedhöfe langfristig attraktiv und für die Bürger bezahlbar bleiben. Wolfgang Sikora und Peter Christian Schröder bringen dazu einen Antrag in den Rat am kommenden Dienstag, 29. September, ein. Darin fordern sie Veränderungen bei Orientierung, Digitalisierung, Gestaltung, Flächennutzung und Gebühren.
Friedhofswege sollen Namen bekommen
Die Wege auf dem Kiersper Friedhof sollen nach Vorstellung der FWG eigene Namen erhalten. Gerade auf dem inzwischen großen Gelände sei es schwierig, Besuchern, Bestattern oder Gärtnern eine bestimmte Grabstelle zu erklären. Benannte Wege könnten dabei helfen, einzelne Bereiche eindeutig zuzuordnen.
Für die Namensgebung schlägt die FWG vor, die Bevölkerung einzubeziehen. Denkbar sei beispielsweise ein Wettbewerb, aus dessen Vorschlägen anschließend der Umwelt- und Bauausschuss auswählen könnte.
Friedhofskataster ins Internet
Auch das Friedhofskataster wollen die Lokalpolitiker öffentlich zugänglich machen. Nach Angaben der Fraktion liegt der Stadtverwaltung inzwischen ein digitales Kataster vor. Dieses solle zunächst im Rat beziehungsweise im Umwelt- und Bauausschuss vorgestellt und anschließend für die Öffentlichkeit im Internet aufbereitet werden.
Bürger könnten so online nachvollziehen, wo sich bestimmte Grabstellen befinden und welche Flächen für eine Bestattung infrage kommen. Als Beispiel nennt die FWG den digitalen Friedhofsplan der Stadt Wipperfürth.
Gestaltungssatzung soll überarbeitet werden
Die geltende Gestaltungssatzung für den Kiersper Friedhof will die FWG grundlegend modernisieren. Nach Auffassung der Fraktion stammen die Regelungen noch aus der Zeit, als der Friedhof der evangelischen Kirche gehörte, und entsprächen deshalb nicht mehr den heutigen Vorstellungen.
Die Vorschriften gelten nach Angaben der FWG zudem nur für bestimmte Felder auf dem Friedhof am Büscherweg. Wo genau diese Bereiche liegen, sei für die Öffentlichkeit derzeit nur schwer nachvollziehbar. Die Fraktion verweist außerdem auf zahlreiche Detailregelungen, die sie für nicht mehr zeitgemäß hält. So sind in bestimmten Feldern beispielsweise Kies und Steinsplitt verboten. Auch Vorgaben zu Grabmalen, Ornamenten, Gipsengeln und Lichtbildern stammen aus der bestehenden Satzung.
Teil des Friedhofs soll nicht mehr neu belegt werden
Für einen östlich gelegenen Teil des Kiersper Friedhofs schlägt die FWG ein Neubelegungsverbot vor. Bestehende Grabstellen sollen nach dem Vorschlag zunächst weiter genutzt werden können. Bei Doppelgräbern soll auch die bislang freie Grabstelle noch belegt werden dürfen. Neue Gräber sollen in dem Bereich dagegen nicht mehr entstehen.
Nach der letzten Belegung soll die reguläre Ruhezeit von 25 Jahren eingehalten werden. Anschließend müsste das Grabfeld nach den Vorstellungen der FWG weitere 50 Jahre ruhen. Langfristig könnte die Fläche dadurch aus der Friedhofsnutzung herausgenommen werden.
Friedhofsgebühren auf den Prüfstand
Auch bei den Gebühren sieht die FWG Handlungsbedarf. Die Fraktion möchte die 2024 geänderte Gebührensatzung daraufhin überprüfen lassen, ob sie auch langfristig praktikabel und zukunftssicher ist.
Die Gebührensteigerungen habe in einigen Bereichen dazu geführt, dass Angehörige häufiger auf kleinere Trauerfeiern oder Beerdigungen im engsten Familienkreis ausweichen - etwa durch die Nutzung der kleinen statt der großen Friedhofskapelle. Außerdem beobachte sie, dass Kiersper Bürger für Bestattungen auf Friedhöfe benachbarter Städte ausweichen, weil die Kosten dort niedriger seien. Deshalb soll der Umwelt- und Bauausschuss die Gebühren der eigenen Friedhöfe mit denen der Nachbarstädte vergleichen und mögliche Konsequenzen beraten.








