Die Handballer der SGSH Dragons mussten sich am Samstagabend, 11. April, in der 3. Liga Südwest dem souveränen Spitzenreiter HG Saarlouis mit 31:42 (16:21) geschlagen geben. Trotz phasenweise guter Gegenwehr zeigte sich die individuelle Klasse der Gäste am Ende als zu hoch für die Sauerländer, die sich die noch wichtig werdende Tordifferenz haben zerschießen lassen und unter die Räder gerieten.

Dragons starten defensiv

Nach eher gemütlichem Beginn, an dem beide Keeper ihren Anteil hatten, entwickelte sich in der Sporthalle an der Mühlenstraße in Halver ein temporeiches und unterhaltsames Drittliga-Spiel. Auf SGSH-Seite präsentierte sich Luca Jannack einmal mehr als gewohnt sicherer Rückhalt, parierte mehrfach stark — sowohl im Eins-gegen-eins als auch bei Würfen über die Außen — und hielt seine Farben zunächst im Spiel.

In der Anfangsphase agierten die Dragons defensiv, zudem aufmerksam, und begegneten dem Favoriten zunächst auf Augenhöhe. Nach gut sechs Minuten war es Maximilian Jaeger, der die erste Führung für die Gastgeber besorgte (3:2) — es sollte die einzige Führung des Abends bleiben.

Bis zur Mitte der ersten Hälfte bot die SGSH durchaus Paroli, ließ jedoch gute Chancen, darunter auch ein vergebener Siebenmeter, liegen. Nach der ersten Auszeit beim Stand von 5:7 (16.) verkürzten die Dragons zwar auf 6:7, doch in der Folge setzte sich die Qualität des Tabellenführers zunehmend durch. Saarlouis schaltete einen Gang höher, nutzte Fehlwürfe der Hausherren konsequent für Gegenstöße und zog binnen weniger Minuten auf erst auf 8:11 (20.), dann 8:12 (21.) und schließlich 10:15 (22.) davon. Gerade in dieser Phase offenbarte sich der Klassenunterschied.

SGSH macht es dem Tabellenführer leicht

Bis zur Pause fielen die Gegentore für die SGSH dann zu einfach, sodass der 16:21-Rückstand folgerichtig und im Vorfeld wohl auch erwartbar war.

Direkt nach dem Seitenwechsel sorgten zwei schnelle Treffer der Gäste weiter für klare Verhältnisse (16:23, 32.). Zwar kämpften sich nicht aufsteckende Dragons wieder auf 18:23 heran, doch selbst in Unterzahl agierte Saarlouis abgeklärt und ließ nichts anbrennen. Immer wieder fanden die Gäste auch aus dem Rückraum ansatzlos Lösungen, sodass selbst ein gut aufgelegter Jannack häufig ohne Abwehrchance blieb.

Die Partie blieb temporeich, der Abstand pendelte sich konstant bei fünf bis sieben Treffern ein. Beim Stand von 29:33 (49.) keimte noch einmal kurz Hoffnung auf, als sich die Dragons auf vier Tore heranpirschten. Vor allem die Jaeger-Brüder setzten offensive Akzente und stemmten sich gegen die Niederlage — näher sollten die Gastgeber jedoch nicht mehr herankommen.

In der Schlussphase schwanden zusehends die Kräfte; die SGSH ging auf dem Zahnfleisch, während Saarlouis die Begegnung im Stile eines Tabellenführers souverän herunterspielte und das Ergebnis sogar noch deutlich in die Höhe schraubte.

Sieg fällt ein paar Tore zu hoch aus

Überragender Akteur auf Seiten der Gäste war Yves Kunkel mit insgesamt zwölf Treffern, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Die Dragons hingegen fanden insbesondere am Kreis im zweiten Abschnitt kaum noch Lösungen und kassierten über die gesamte Spielzeit hinweg zu einfache Gegentore.

Immerhin gelang es, die Marke von 30 eigenen Treffern gegen das Spitzenteam zu knacken — die Offensive war allerdings auch nie das Problem im so ernüchternden Saisonverlauf.

Nach 60 unterhaltsamen Minuten steht so ein deutlicher 31:42-Erfolg für Saarlouis, der gewiss um das eine oder andere Tor zu hoch ausfällt und der SGSH in den nächsten Wochen noch um die Ohren fliegen könnte. Die Kräfteverhältnisse allerdings, sie wurden korrekt widergespiegelt.

In der nächsten Woche kommt es dann zum Showdown mit Melsungen II, die erst am morgigen Sonntag, 12. April, in Rodgau gefordert sind und sich vor dem direkten Vergleich ein Polster von drei Punkten aufbauen können.

Match Facts

SGSH Dragons 31:42 HG Saarlouis

SGSH Dragons: Gipperich (3), Panisic (3), Plate, Austermann, Buschhaus (1), N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (3), Blauuw (1/1), Börner, Klinkby-Knudsen (1), F. Jaeger (6), P. Jaeger (7), Voss, M. Jaeger (6).

Schiedsrichter: Stefan Czommer, Dennis Müller.

Siebenmeter: SGSH 1/3 (verworfen: Blaauw, P. Jaeger/je 1) — HGS 4/4

Zeitstrafen: SGSH 1 — HGS 3