Warme Temperaturen und stehendes Wasser in leerstehenden Wohnungen und Büros schaffen derzeit ideale Bedingungen für Legionellen. Die AOK warnt vor allem Urlauberinnen und Urlauber, die nach längerer Abwesenheit in ihre Wohnung zurückkehren, vor einer möglichen Infektion.

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Hauswassertemperatur nicht drosseln

Im Sommer steigen nicht nur die Temperaturen, es wächst auch die Infektionsgefahr mit Legionellen. Denn die Bakterien gedeihen besonders gut in warmem Wasser von 25 bis 45 Grad. Bei Temperaturen ab etwa 55 Grad wird ihre Vermehrung deutlich gehemmt. Ab etwa 60 Grad sterben Legionellen zunehmend ab.

 „Genau deswegen sollten Verbraucher, die Energiekosten besonders während ihrer Urlaubszeit sparen wollen, nicht ihre Hauswassertemperatur drosseln. Denn die Bakterien gelangen durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen in die Lunge, zum Beispiel beim Duschen", sagt AOK-Medizinerin Dr. Katja Schwarzenhölzer. Gefährdet seien vor allem Menschen mit einer schwachen Immunabwehr, bestimmten chronischen Krankheiten sowie ältere Menschen.

Zwei Krankheitsbilder mit unterschiedlichem Verlauf

Eine Legionellen-Infektion kann zwei verschiedene Erkrankungen auslösen. Die Legionärskrankheit äußert sich als Lungenentzündung mit Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohem Fieber über 40 Grad und kann auch Verwirrtheitszustände hervorrufen. Die Erkrankung dauert oft rund vier Wochen und endet bei etwa jedem zehnten Betroffenen tödlich. Das Pontiac-Fieber verläuft dagegen milder, ähnelt einer Grippe und heilt in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst aus. Spätfolgen oder Todesfälle sind bei dieser Verlaufsform laut AOK bislang nicht bekannt.

Ist vielen Menschen nicht bekannt: Nicht das Trinken von kontaminiertem Wasser ist gefährlich, sondern das Einatmen von mit Legionellen belasteten feinen Wassertröpfchen kann zu gefährlichen Infektionen in den Atemwegen und in der Lunge führen.
Foto: AOK | Colourbox | hfr

Warmwasserspeicher sollte mindestens 60 Grad haben

Den besten Schutz vor einer Legionellen-Vermehrung bietet eine ganzjährig ausreichend hohe Temperatur des Trinkwassers: „Bei einem Haus mit zentraler Wassererwärmung und zentralem Warmwasser-Speicher sollte die Regler-Temperatur am Trinkwasser-Erwärmer auf mindestens 60 Grad Celsius eingestellt sein“, empfiehlt Schneider. „Denn bei Wassertemperaturen oberhalb von 55 Grad Celsius werde das Legionellenwachstum wirksam gehemmt, oberhalb von 60 Grad Celsius sterben die Keime ab.“ Legionellen könnten zwar auch in kaltem Wasser vorkommen, bei Temperaturen von weniger als 20 Grad Celsius würden sie sich jedoch nicht nennenswert vermehren.

Leitungen vor der ersten Nutzung durchspülen

„Wer aus dem Urlaub zurückkommt, sollte daher alle Wasserleitungen vor der ersten Nutzung mehrere Minuten heiß und kalt durchspülen“, empfiehlt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. So werde stehendes Wasser aus den Leitungen entfernt und das Risiko einer Ledionellen-Infektion reduziert. Während des Spülvorgangs sollten Anwohner den Raum möglichst verlassen oder gut lüften, um mögliche Aerosole nicht einzuatmen.