Matta Heine und ihr Tabakfachgeschäft an der Wilhelmstraße sind Legende. Hier kehrte man früher gerne ein und nahm auch mal ein Schnäpschen. Beim Bildernachmittag im Mattias-Claudius-Haus wurde kürzlich das alte Plettenberg wieder lebendig.
Sven Schemmel hatte für die Senioreninnen und Senioren aus der Einrichtung der Perths Stiftung eine Auswahl seiner rund 25.000 Bilder umfassenden Fotosammlung mitgebracht. Darunter war auch eine Aufnahme des winzigen Ladens von Matta Heine an der Wilhelmstraße. Die Zeitreise durch die 1950er und 1960er Jahre garnierten Sven Schemml und die Besucherinnen und Besucher mit Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Der Maiplatz als Baustelle vor weit über 70 Jahren – „daran hat sich wenig geändert“, sagte eine Besucherin. „Auch heute gibt es in Plettenberg noch überall Baustellen. Das Freibad Grünetal, längst ist es Geschichte. Im Sommer 1976 besuchten 103.000 Gäste die Freizeitstätte zwischen Kroppstraße und Landemerter Weg. Ein Rekord. Im September 2002 wurde das Freibad geschlossen. Künftig soll hier ein neues Gewerbegebiet entstehen.
Auch die alte Lohmühle, die Sven Schemmel zeigt, steht längst nicht mehr an der Herscheider Straße. Sie wurde 1977 abgetragen und im Westfälischen Freilichtmuseum Hagen wieder aufgebaut. Hier erinnert das Gebäude an das alte Handwerk der Gerberei. Bilder der Kleinbahn, der Villa Engelhardt oder des alten Offenborns mit Plumpsklos in Gärten und viele weitere Fotos aus der alten Zeit rundeten den Nachmittag ab.
„Man merkt, dass Sie viel Herzblut in Ihre Sammlung gesteckt haben“, sagte Silvia Wagener vom Sozialen Dienst des Matthias-Claudius-Hauses. Auf ihre Frage, ob Sven Schemmel noch einmal Station in der Senioren-Einrichtung machen solle, erntete sie ein vielstimmiges „ja“.
Sven Schemmel hat sich durch seine Sammelleidenschaft zu einem Kenner der Plettenberger Geschichte entwickelt. Er ist Mitglied des Heimatkreises und engagiert sich im Förderverein für Denkmalpflege.









