Pappeln raus, Mischwald rein: Auf rund vier Hektar wandelt die Stadt Halver eine Kurzumtriebsplantage in Waldfläche um. Und dafür müssen zunächst einige Bäume weichen.
"Ich kann verstehen, dass das von außen schon jetzt wie ein Wald aussieht", sagt Revierförster Yannick Prümers. Und dass sich Spaziergänger wundern; über gefällte Bäume, um dann direkt wieder neue zu pflanzen. Per Definition sei die Fläche in Brenscheid aber Ackerland – und mit Hybridpappeln bepflanzt. "Das ist eine reine Monokultur. Und die bauen wir in einen Buchenmischwald um", erklärt der Experte. Der Vorbesitzer habe die schnell wachsenden Bäume einst für den Betrieb seiner Hackschnitzelanlage genutzt.
Ziel: Ein klimastabiler Mischwald
Einige Pappeln ließ die Stadt Halver im Bereich Brenscheid/ Auf den Kuhlen in dieser Woche schon fällen. "Es ist keine Rodung. Es werden lediglich Pappeln entnommen, um einen klimastabilen Mischwald aufzubauen", bestätigt Bürgermeister Armin Kibbert auf Anfrage von LokalDirekt. Als zuständiger Revierleiter kümmert sich Yannick Prümers im Auftrag der Stadt um Planung und Ablauf.
Pappeln raus – Rotbuchen, Eichen & Co. rein
Ein Großteil der Pappeln wird gefällt. Stattdessen pflanzen die Experten primär Rotbuchen sowie Traubeneiche, Ulme, Vogelkirsche, Schwarzdorn und Eberesche. Am Rand ergänzen Hasel, Hartriegel und Wildobst den geplanten Wald. „Erst mit der Aufforstung wird aus der bisherigen Agrarfläche auch offiziell Wald“. Laut Prümers dient die Fläche als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für das geplante Gewerbegebiet Leifersberge.
Nicht alles kommt weg
"Wir machen hier kein Tabula rasa", betont Yannick Prümers im Gespräch mit LokalDirekt. Einige Pappeln bleiben erhalten, um die neuen, jungen Bäume zu schützen. "Wie ein kleiner Schutzschirm für Rotbuche & Co." So stehen diese nicht komplett unter freiem Himmel. Viele Kulturen haben bei anhaltender Hitze und Trockenheit Ausfälle. Auf die angrenzende, bereits aufgeforstete, Kalamitätsfläche im südlichen Bereich sollen die Fällungen keine Auswirkungen haben, bestätigen Prümers und Kibbert.
Junge Eschen dürfen bleiben
Die Pappeln sind rund sieben Jahre alt. In der Zwischenzeit haben sich von selbst andere Bäume wie Eschen dazugesellt. Und auch die hat der Förster im Blick. Stichwort: Naturverjüngung. Das bezeichnet das natürliche Nachwachsen junger Bäume aus Samen, die ohne gezielte Pflanzung durch den vorhandenen Baumbestand entstehen. Was also den geplanten Mischwald sinnvoll ergänzt, bleibt erhalten, versichert der Revierförster.
Die sogenannte Erstaufforstung soll laut Prümers im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. Die Frage, wie viel die Maßnahme insgesamt kostet, ließ die Stadt Halver unbeantwortet.









