OFM2030plus – das Kürzel steht für den Umbau von Otto Fuchs in Meinerzhagen zu einem hochproduktiven deutschen Technologiestandort. Der Ausbau der Aerospace-Sparte wird dabei eine bedeutende Rolle spielen.

 

Das kündigten Andreas Engelhardt und Dr. Walter Stadlbauer am Dienstag, 26. Mai, in einem Pressegespräch an. Andreas Engelhardt hat im April 2024 als persönlich haftender Gesellschafter des Gesamtkonzerns Otto Fuchs Beteiligungen KG zusammen mit Dr. Walter Stadlbauer (Vorsitzender der Geschäftsleitung der Otto Fuchs KG) die Führung des weltweit operierenden Meinerzhagener Konzerns übernommen. Beide stammen aus der Führungsmannschaft der Schüco International KG, einer Tochter der Otto Fuchs KG. Sie traten bei Otto Fuchs an, als bei der Belegschaft das Vertrauen ins Unternehmen mehr und mehr abnahm.

Wieder schwarze Zahlen

Diese Zeiten sind offenbar vorbei. „Wir setzen auf eine Unternehmenskultur mit maximaler Transparenz“, sagte Andreas Engelhardt am Dienstag. „Das hat enorme Kräfte freigesetzt.“

Otto Fuchs schreibe in Meinerzhagen wieder „schwarze Zahlen“ (Umsatz weltweit im Jahr 2025: 3,6 Milliarden Euro). Das sei lange nicht der Fall gewesen. „Wir müssen aber alles tun, um den Standort zu stärken und dürfen nicht übermütig werden“, nimmt Andreas Engelhardt sich und die gesamte Meinerzhagener Führungsmannschaft in die Pflicht. Die gute Botschaft sei: „Die Gesellschafter tragen den Kurs ebenso mit wie unsere Kunden und die Belegschaft.“

Dennoch: Der Umbau hat gerade erst begonnen. Otto Fuchs ist auf der Suche nach einem strategischen Investor, bevorzugt aus dem asiatischen Raum, der mit in die Querlenker-Produktion einsteigt. Otto Fuchs könne nicht die Mengen liefern, die die Fertigung wirtschaftlich mache. „Hier entscheiden Dezimalstellen hinter dem Komma.“

Einen weiteren Schritt hat der Konzern am Standort Dülken vollzogen. Das Unternehmen, bekannt für anspruchsvolle Strangpress- und Schmiedeprodukte aus Messing und Kupferlegierungen, wird an einen Investor verkauft. „Keine Heuschrecke“, betonte Andreas Engelhardt. Es handele sich um ein europäisches Unternehmen, das sich auf Nischen wie die Fertigung in Dülken spezialisiert habe.

Strangpressprodukte für Schüco laufen aus

Zu den 16 Bausteinen, mit denen Otto Fuchs in Meinerzhagen zukunftssicher aufgestellt werden soll, zählt unter anderem auch das Auslaufen der Strangpressprodukte für die Fuchs-Tochter Schüco bis 2028/29. So soll Platz geschaffen werden für den Ausbau der florierenden Sparte Luft- und Raumfahrttechnik, für den weitere Verlagerungen, Umnutzungen und Umbauten innerhalb des Unternehmens notwendig sind. Dazu zählt auch die Auslagerung des Werkzeugbaus, für den extern Hallen angemietet werden sollen. Andreas Engelhardt und Dr. Walter Stadlbauer sehen in der Sparte Aerospace jede Menge Potenzial. „Unsere Kunden wachsen und wollen, dass wir mit ihnen wachsen“, betonten beide am Dienstag.

Optimierung immer ein Thema

Optimierung sei immer ein Thema, sei es durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz oder die Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen aus der Belegschaft, erklärten beide. Bei KI-Anwendungen sei die Tochter Schüco bereits erheblich weiter, räumten sie ein.  Bei Otto Fuchs besitze die KI inzwischen bei der Entdeckung von Qualitätsdefiziten einen hohen Stellenwert.

Schmiedeprodukte aus Meinerzhagen.
Foto: Otto Fuchs KG

Seit Januar 2026 ist die Otto Fuchs KG Teil der Pflegeoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen ermöglicht beispielsweise pflegenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Anpassungen des Schichtrhythmus oder der Arbeitszeiten, um die Pflege von Angehörigen besser mit dem Berufsalltag vereinbaren zu können. Die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wurde am 21. Januar im Beisein von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann unterzeichnet.

Frühjahrsputz am 30. Mai

Andere Aktivitäten sollen das Miteinander im Unternehmen stärken. So steht am Samstag, 30. Mai, die Aktion „Sauberes Werksgelände“, eine Art Frühjahrsputz, auf dem Programm. Ein kleines Fest beschließt den Einsatz. Am 3. Juli werden mehr als 200 Fuchs-Beschäftigte am AOK-Firmenlauf in Lüdenscheid teilnehmen. Der sportliche Einsatz und die anschließende Party stärke das Wir-Gefühl im Unternehmen, sagte Pressesprecherin Jessica Utech am Dienstag. Der sportlich-unterhaltsame Abend wird schnell vorbei sein. Für das Programm OFM2030plus brauchen alle Füchse einen längeren Atem.