Bis zu 80 zusätzliche Pkw-Stellplätze könnten auf einem Waldgrundstück am Herscheider Freibad entstehen. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Planungs- und Bauausschuss hat die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans einstimmig abgelehnt. Den Ausschussmitgliedern erschienen Aufwand und mögliche Kosten angesichts der wenigen Spitzentage im Freibad zu hoch.
An heißen Sommertagen wird es rund ums Herscheider Freibad eng. Wenn mehr als 2000 Badegäste kommen, reichen die vorhandenen Parkplätze bei Weitem nicht aus. Autos werden entlang der Straßen abgestellt und behindern die Anwohner. Teilweise ist die Situation so angespannt, dass selbst Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr Schwierigkeiten haben, durchzukommen.
„Dann ist alles voll“, schilderte Bauamtsleiterin Sandra Schöttler die Situation im Planungs- und Bauausschuss. Die Gemeindeverwaltung hatte deshalb vorgeschlagen, auf einem südlich an das Freibad angrenzenden Waldgrundstück zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Doch die Ausschussmitglieder wollten diesen Weg nicht mitgehen.
Bis zu 80 zusätzliche Stellplätze möglich
Derzeit stehen am Freibad 100 ausgewiesene Pkw-Stellplätze sowie 21 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Um die Parksituation zu entschärfen, hatte die Gemeinde bereits vor einigen Jahren eine zusätzliche Wiesenfläche angepachtet. An besonders besucherstarken Tagen reicht aber auch diese Erweiterung nicht aus.
Als weitere Möglichkeit hatte die Verwaltung ein südlich des Freibads gelegenes Laubwaldstück ins Auge gefasst. Das Grundstück einschließlich der Zuwegung befindet sich bereits im Eigentum der Gemeinde. Nach ersten Schätzungen könnten dort rund 80 zusätzliche Pkw-Stellplätze entstehen.
Voraussetzung wäre allerdings eine Änderung des Bebauungsplans „Ennert-Schmachtekoste“ gewesen. Mit einem entsprechenden Aufstellungsbeschluss sollte der Planungsprozess eingeleitet werden.
Aufwand für zehn bis 15 Spitzentage zu hoch?
Im Ausschuss stieß das Vorhaben auf erhebliche Bedenken. Dietrich Herfel (Bündnis 90/Die Grünen) bezweifelte, dass der vorhandene Waldweg als Zufahrt für einen zusätzlichen Parkplatz geeignet sei.
Alexander Zuchowski (FDP) wollte zunächst wissen, an wie vielen Tagen im Jahr die Parkplatzsituation tatsächlich problematisch werde. Ordnungsamtsleiterin Barbara Sauerland berichtete, dass das Freibad in diesem Jahr an sechs Wochenenden besonders stark besucht gewesen sei. Insgesamt handele es sich um etwa zehn bis 15 Tage.
Für diese vergleichsweise wenigen Tage seien der Aufwand und die zu erwartenden Kosten zu hoch, befanden Frank Pierskalla (SPD) und Klaus Prinz (CDU) übereinstimmend.
Bürgermeister Uwe Schmalenbach hielt dagegen, dass die finanziellen Auswirkungen bislang noch gar nicht beziffert werden könnten. „Die Ermittlung der Kosten ist Teil des weiteren Planverfahrens“, erklärte er.
Parkplatz an der Schützenhalle wird kaum genutzt
Die Gemeinde suche bereits seit längerer Zeit nach einer Lösung für die angespannte Parksituation, berichtete Schmalenbach. Bisherige Versuche hätten allerdings wenig Erfolg gebracht.
So sei die Parkplatzausschilderung bereits bis zum Schützenplatz ausgeweitet worden. Einen nennenswerten Effekt habe das jedoch nicht gehabt. „Der Parkplatz an der Schützenhalle ist den Leuten zu weit weg vom Freibad“, erklärte der Bürgermeister.
Dirk Voss (CDU) brachte eine weitere Möglichkeit ins Gespräch. Er bot an, den Genossenschafts-Parkplatz am Raiffeisenmarkt an den Wochenenden für Freibadbesucher zu öffnen. Doch auch diesen Vorschlag bewertete Schmalenbach skeptisch. Der Fußweg von dort zum Freibad sei ebenfalls zu weit.
Anwohner schlagen Pendelbus und strengere Kontrollen vor
Auch zwei Anwohner, denen ein weiteres Wiesengrundstück in der Nähe des Freibads gehört, äußerten sich in der Sitzung. Sie machten deutlich, dass sie keinen zusätzlichen Parkplatz unmittelbar neben ihren Wohnhäusern haben möchten. Ein Verkauf ihres Grundstücks komme deshalb für sie nicht infrage.
Stattdessen regten sie an, über andere Möglichkeiten nachzudenken. Eine davon wäre ein Pendelbus zwischen dem Hallenplatz und dem Freibad, der Besucher an besonders stark frequentierten Tagen zum Schwimmbad bringen könnte.
Ein Bürger sprach sich zudem für konsequentere Kontrollen des ruhenden Verkehrs aus. Wenn falsch parkende Fahrzeuge häufiger kontrolliert und notfalls abgeschleppt würden, könnte dies seiner Einschätzung nach die Situation verbessern.
Einstimmige Ablehnung im Bauausschuss
Am Ende konnte die Verwaltung die Ausschussmitglieder nicht von ihrem Vorschlag überzeugen. Der Planungs- und Bauausschuss lehnte den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans „Ennert-Schmachtekoste“ einstimmig ab.
Damit wird das Planverfahren für den vorgesehenen Parkplatz auf dem Waldgrundstück nicht eingeleitet. Das grundsätzliche Problem bleibt allerdings bestehen: An besonders heißen Sommertagen reichen die Parkmöglichkeiten am Herscheider Freibad weiterhin nicht aus.








