Malte ist jetzt „Haarspende-Held“: Der achtjährige Lüdenscheider hat sich am Montag 27 Zentimeter seiner Mähne nehmen lassen und sie für einen guten Zweck gespendet. Was ehemals auf seinem Kopf sprießte, wird jetzt für Echthaar-Perücken für Kinder verwendet, die unter krankheitsbedingtem Haarausfall leiden.
Malte war nicht der einzige, der sich am Montag im Jugendtreff SternCenter der Schere von Jasmin Schweda-Benkowitz (Salon „Curly“) anvertraute. Sie unterstützte eine gemeinsame Aktion der Caritas und des Fachdienstes Kinder- und Jugendförderung der Stadt Lüdenscheid. Mit von der Partie war auch Lea Hesener vom Fachdienst Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung der Stadt Lüdenscheid. „Hier geht es um eine völlig andere Art von Nachhaltigkeit“, sagte sie.
Abgeschnittene Haare werden in Friseursalons meistens zusammengekehrt und entsorgt. Dabei können sie oft ein zweites Leben erhalten. Hat ein Kind keine Haare, wird es angestarrt, ausgegrenzt und leidet darunter, anders zu sein. In Deutschland geht es rund 400.000 Kindern und Jugendlichen so: Sie haben durch Krankheit, Therapie oder genetische Ursachen ihre Haare verloren.
Während Krankenkassen meist nur Kunsthaarperücken finanziell abdecken, sind gute und atmungsaktive Echthaarperücken für Familien oft unerschwinglich. Um den Kindern ihr Selbstbewusstsein und ein Stück Normalität zurückzugeben, hat Friseurmeisterin Simone Löbel 2018 ihr Herzensprojekt „Haarspendehelden“ gestartet. Ihr Ziel: Möglichst viele Kinder und Jugendliche sollen eine benötigte Echthaarperücke erhalten.
Dafür sammelt die gemeinnützige Organisation Haarspenden, die von einer Zweithaar-Manufaktur zu hochwertigen Echthaarperücken verarbeitet werden, gefolgt von einem individuellen Haarschnitt. Aufgesetzt wie eine Mütze, fühlt sich die Perücke beinahe wie die eigenen Haare an.
Zehn Köpfe erhielten einen neuen Look
„Eine Super-Aktion“, freute sich Lara-Michelle Koerschulte von der städtischen Kinder- und Jugendförderung am Montag. Auch Mara Tomaszik vom Caritasverband war begeistert. „Zunächst liefen die Anmeldungen für diese Spendenaktion nur schleppend ein. Beim Anmeldeschluss hatten wir dann eine Warteliste“, sagte sie.
Jasmin Schweda-Benkowitz alias „Curly“ verpasste an diesem Nachmittag insgesamt zehn Köpfen einen frischen Look. Maltes kleine Schwester schien zunächst nicht sehr begeistert von der neuen Frisur. „Sie kennt ihn eben nicht anders“, beschwichtigte ihre Mutter. Wenig später hielt der umgestylte Achtjährige stolz drei abgeschnittene Zöpfe in die Kamera.







