Nachdem aufgrund des schlechten Wetters die letzte Hilfsgütersammlung ausgefallen ist, hoffen die Kiersper Aktiven des Vereins "Kinder von Tschernobyl" auf viele Spenden am kommenden Samstag. Anders als es der Name vermuten lässt, sammelt der Verein mittlerweile für sämtliche Betroffene des Ukraine-Kriegs.
Am kommenden Samstag, 7. Februar, wird der Verein in der Zeit zwischen 10 Uhr und 12 Uhr in Kierspe, Vorth 2, wieder Hilfsgüter für einen weiteren Hilfstransport sammeln. Es werden gute Wäsche, Kleidung, Schuhe, Matratzen, Spielzeug und Fahrräder gesucht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins hoffen auf viele Spender aus dem Märkischen und dem Oberbergischen Kreis.
"Die Hilfsgüter werden für eine Kirchengemeinde in Bila Zerkwa gesammelt, eine Stadt von etwa 200.000 Einwohnern, die zirka 100 Kilometer südlich von Kiew liegt. Die Zusammenarbeit des hiesigen Vereins mit dieser Kirche hat sich seit fast zwanzig Jahren bewährt. Durch ihr Engagement bei humanitärer Hilfe ist diese Gemeinde in Bila Zerkwa allgemein bekannt", erklärt Helmut Willnat, der die Transporte für den Verein organisiert. Einige Mitarbeiter fahren regelmäßig in die Frontstädte um dort Hilfe zu leisten und Menschen zu evakuieren, so Willnat weiter. Anschließend versucht man den Flüchtlingen Wohnungen und Arbeit zu beschaffen. Die staatlichen Hilfen für die Flüchtlinge sind so gering, dass sie oft kaum für die Miete reichen. "Daher ist die Not sehr groß", versucht Willnat, das Leid in Worte zu fassen.
Obwohl Bila Zerkwa im westlichen Teil der Ukraine liegt, schlug dort vor kurzem eine Rakete in eine neu erbaute Klinik ein, bevor sie in Betrieb gehen konnte, teilt der Verein mit. Die Klinik liegt in der Nähe der Kirche, welche die Hilfsgüter verteilt. Für die Hilfsgütersammlung ist Herrenunterwäsche besonders gesucht. Diese brauchen die Soldaten, da sie nach jedem längeren Fronteinsatz ihre Unterwäsche nur noch entsorgen können. Der Verein bittet daher, gute Herrenunterwäsche zu spenden. Des weiteren werden Stoffe benötigt, weil viele Frauen in der Ukraine für die verletzten Soldaten spezielle Kleidung nähen, die an ihre Verletzungen angepasst ist.
Zu den Frontsoldaten gehört inzwischen auch der Hauptübersetzer des Vereins, der von Beruf Deutschlehrer im Goetheinstitut in Kiew ist. Nach einer sechswöchigen Ausbildung wird er im Gebiet von Charkiw eingesetzt.
Wer mehr über die Arbeit des Vereins oder die Hilfstransporte erfahren möchte, kann sich auf der Homepage www.kvt-kierspe.de oder bei Gisela Steinbach (02359/903173) erkundigen.










