Die zehnjährige Frida möchte nach der Schule Journalistin werden. Während des Stöbertags am Dienstag, 23. Juni, konnte sie erste Erfahrungen sammeln: Im Rahmen ihres Stöberpraktikums bei LokalDirekt berichtet sie über ihre Klassenkameraden, die an diesem Tag ebenfalls in die Arbeitswelt reingeschnuppert haben.

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Insgesamt 62 Stöberstellen nahmen am Aktionstag teil und boten Kindern die Möglichkeit, einen Einblick in ihren Betriebsalltag zu erhalten. Neben dem Rathaus oder der Volksbank waren zum Beispiel ein Steinbruch, das Kosmetikstudio "Dorfschönheit", die Polizei dabei — und auch LokalDirekt. Die beiden Viertklässlerinnen Livia und Frida begleiteten einen Redakteur bei seiner Berichterstattung über den Stöbertag.

Frida hatte sich dabei ganz bewusst für LokalDirekt entschieden, da sie später Journalistin werden möchte. Ihre Erfahrungen aus dem Kurzpraktikum hat die Neunjährige in einem Bericht festgehalten:

Bericht von Frida

Im Vorfeld durften wir uns aussuchen, was wir machen wollen. Ich möchte später Journalistin werden, weshalb ich mich für LokalDirekt gemeldet habe. Im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule haben wir uns getroffen — insgesamt 200 Viertklässler. Dort wurden Livia und ich von Jörn von LokalDirekt abgeholt.

Zuerst sind wir zum Rathaus gegangen und haben uns verschieden Räume angeguckt. Danach haben wir Stöberkinder interviewt, die im Rathaus waren. Sie waren im Sachgebiet 10, der Zentralverwaltung. Dort kümmern sich die Mitarbeiter zum Beispiel um das Stadtfest und Bestellungen. Phil und Isabell, beide zehn Jahre alt, haben sich das Rathaus ausgesucht, weil sie es sehr interessant fanden.

Weiter sind wir zu der Polizei gegangen, wo wir auch nochmal die Kinder und den Polizisten interviewt haben. Sie haben sich gerade die Polizeiausrüstung angezogen. Später dürfen sie noch mit dem Streifenwagen fahren.

Danach sind wir in die Sparkasse gegangen. Bis wir gekommen sind, hatten die Stöberkinder schon gelernt, was sie machen müssen, wenn sie einen Geldschein zum Beispiel in der Waschmaschine zerreißen. Viele Kinder wollten sich das angucken, weil sie mehr über die Tresore und über Geld wissen wollten. Bei der Sparkassen haben wir sogar, zusammen mit den anderen Stöberkindern und Jörn, ein Eis gegessen. Sie haben vorher ein Geld-Quiz gemacht und das Lösungswort war "Eispause". Bei dem Wetter tat uns die Eispause richtig gut.

Nach der Sparkasse sind wir zurück zur Gesamtschule gegangen. Eigentlich wollten wir direkt den Bericht schreiben, aber wir haben noch die Stöberkinder von der Meinerzhagener Zeitung getroffen und zusammen eine kleine Pause gemacht. Dann sind wir ins Jugendzentrum gegangen und haben den Bericht geschrieben und gelernt, was eine Recherche ist. Danach wurden wir im PZ wieder abgeholt.

Unterstützung durch Dorfpaten Rönsahl

Die Besonderheit in diesem Jahr war die Zuteilung der einzelnen Kinder zu den Stöberstellen – erstmals mit einem neuen System. Dieses hatte Kephas Gatzen von den Rönsahler Dorfpaten explizit für den Kiersper Stöbertag entwickelt. Es berücksichtigt die Wünsche der Kinder und teilt diese auch in verschiedene Gruppen auf, die entweder zu Fuß von einem Betreuer oder mit verschiedenen Fahrzeugen zu den Stöberstellen gebracht werden.

Als Open-Source-Lösung stellt Gatzen es öffentlich zur Verfügung, sodass auch andere Städte und Schulen von dem kostenlosen Programm profitieren können. „Dass wir dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Dorfpaten nun eine so hochmoderne und gleichzeitig absolut faire Lösung nutzen können, ist eine enorme Erleichterung für die Vorbereitung des Stöbertags“, freuen sich Maria Tissen und Christian Schwanke vom Organisationsteam.

Im kommenden Jahr soll die Kiersper Software wieder zum Einsatz kommen – bei rund 200 Kindern eine Erleichterung für das Team der städtischen Jugendarbeit, die sich dann deutlich intensiver um die Akquise von möglichen Stöberstellen kümmern können.