Viele Eltern verfolgten die Debatte um die Zukunft der Musikschule im Feuerwehrgerätehaus und nutzten die Gelegenheit, ihre Sicht vorzutragen. Im Ausschuss Bildung, Kultur und Sport ging es am Mittwoch, 24. Juni, um die weitere Zusammenarbeit mit der Musikschule Volmetal.

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Viele Eltern wollten wissen, wie es weitergeht

Viele Eltern kamen mit ihren Kindern, um die Sitzung zu der Frage, ob die Stadt Halver aus dem Musikschulverbund austritt oder nicht, zu verfolgen. Kristian Hamm (UWG) als Leiter der Ausschusssitzung erklärte zu Beginn daher den Ablauf der Beratung. Er bezog sich besonders darauf, dass Gäste der Sitzung nur dann gehört werden können, wenn die Sitzung formal unterbrochen wird. Dieser Aufforderung leisteten auch alle Besucher Folge, auch wenn die Plakate, die die Kinder vorbereitet hatten, stumm auf ihren Wunsch hinwiesen, die Musikschule in Halver mit all ihren Facetten zu erhalten.

Die Leiterin der Musikschule Volmetal, Cosima Breidenstein, informierte die Anwesenden in einem Vortrag über den Aufbau der Musikschule, die Förderung durch Bundes- und Landesministerien und dem Leader-Projekt. Sie betonte wiederholt die besonderen Qualifikationen der Musiklehrer, die die Schüler ebenso im Sinne einer Berufsförderung im musikalischen Bereich unterrichten wie auch die Grundlagen für ein lebenslanges Hobby legen. Vom Unterricht profitieren dabei Grundschulen ebenso wie Förderschulen, Menschen mit Lernschwierigkeiten und Senioren. Die Musikschule fördert ebenso Inklusionsprogramme wie Musikpädagogik für Demenzerkrankte.

Lehrerverträge wurden nicht verlängert

Exemplarisch stellte sie vier Lehrer vor, deren Verträge, wegen der geplanten Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der Musikschule Volmetal durch die Stadt Halver nicht verlängert werden konnten. Dabei ging es um Oksana Stroian (Piano), Mario Zielenbach (Schlaginstrumente), Kerstin Warwel (Violoncello), Susan Lemke (Tanz).

Sie informierte noch einmal darüber, dass von den 1111 Schülern der Musikschule 291 aus Halver kommen und die Räumlichkeiten mit Akustikdecken, Barrierefreiheit und einem transportablen Video-Studio sehr gut ausgestattet seien. In ihrem Vortrag zitierte sie eine Mitteilung des Städtetages: "Musikschulen müssen im Hinblick auf die Zugänglichkeit für die gesamte Bevölkerung eine soziale Staffelung der Gebühren vorsehen. Es müsse ein Weg gefunden werden, dass auch Musikschulen in Kommunen mit prekärer Haushaltssituation tätig sein können.

Die Musikschulen seien, so Cosima Breidenstein, auf einem guten Weg dahin im Team Lösungswege zu finden und sie fordere die Stadtverwaltung auf: "Lassen Sie uns zusammen eine fachlich gute und finanziell passende Lösung für Halver finden. Mit Sorgfalt und in Zusammenarbeit von ihrer finanziellen und unserer musikpädagogischen Expertise."

163.000 Euro Zuschuss durch die Stadt

Nach dem ausführlichen Vortrag gab es noch einige Fragen zur Klärung von den Ausschussmitgliedern. So wurde gefragt, welche Fächer aus dem Musikschulprogramm denn noch in Halver verblieben. Die Leiterin der Musikschule nannte dazu die Blas-, Streich-, Schlag- und Tasteninstrumente sowie die elementare Musikpädagogik und das integrative Musikensemble. Die Frage, ob es Wartelisten für einige Fächer gäbe, bejahte Cosima Breidenstein.

Die Ausschussmitglieder thematisierten auch die Kosten für die Musikschule. Den Einnahmen von 81.000 Euro und Förderungen von 2300 Euro stehen 163.000 Euro Zuschuss durch die Stadt Halver gegenüber.

Da es inzwischen Fragen aus dem Publikum gab, unterbrach Kristian Hamm die Sitzung, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, diese an den Ausschuss zu stellen. Ein Vater brachte zum Ausdruck, dass er die Sparmaßnahmen zwar verstehen könne, aber dass es für die betroffenen Eltern nicht gut sei, dass durch die Nicht-Verlängerung der Verträge der Lehrer einfach Fakten geschaffen wurden. Es sei schwer, einen neuen Kurs aufzubauen, wenn der Lehrer erst mal weg ist."

Kinder und Eltern wollen ihre Musikschule behalten.
Foto: Gerdel

Stadt soll Zeichen setzen

Eine Mutter betonte, dass alle anwesenden Eltern stellvertretend für viele Eltern und Bürger an der Versammlung teilnahmen. "Wir haben eine Petition gestartet, dass es wichtig ist, die Musikschule in Halver, an der die Entwicklung und Bildung der Kinder hängt, fortgesetzt wird. Wir wollen unterstreichen, dass es sich hierbei um weit mehr als ein Freizeitangebot handelt. Die Musikschule fördert Selbstvertrauen und die persönliche Entwicklung unserer Kinder. Wir bitten sie, nicht nur auf Zahlen, sondern auf die Kinder und die Familien unserer Stadt zu schauen und gleichzeitig ein Zeichen dafür zu setzen, dass Kindern in Halver gesehen werden!" 

Kämmerer Simon Thienel entgegnete, dass es hier nicht um Geld gehe und dass noch nichts zur Zukunft der Zusammenarbeit mit der Musikschule entschieden sei. "Wir sind in einem transparenten Prozess und es ist gut, dass so viele hier sind. Das ist Demokratie."

Schlusswort von Annabell

Er erinnerte aber auch daran, dass er als Kämmerer nicht das Geld vom Bürgermeister verwalte, sondern das Geld aller Einwohner von Halver. "Wir sind verantwortlich für Ihr Geld und das Ihrer Kinder. Wir müssen darauf achten, dass wir es verantwortungsvoll ausgeben", sagte er und ergänzte eindringlich. "Für alles, was wir gerade in Sachen Musikschule bezahlen, müssen wir Schulden machen. Zinsen und Tilgung zahlen ihre Kinder noch, wenn sie schon lange aus der Musikschule raus sind. Das zu beachten ist unsere Verpflichtung."

Er fragte aber auch, ob die Eltern bereit wären, mehr für diese Bildung zu bezahlen. "Dazu können wir ja auch mal ins Gespräch kommen", schlug er vor.

Das Schlusswort bekam dann noch eines der anwesenden Kinder. Annabell sagte: "Viele mögen das Ballett und ich finde es traurig, das es abgeschafft wird. Es macht Spaß mit Freunden zu tanzen und zu spielen."