Jeweils 68,5 Tonnen wiegen die Transformatoren, die aus dem ehemaligen Umspannwerk in Hagen-Hohenlimburg nach Plettenberg transportiert werden, um dort in Zukunft die Stromversorgung sicherzustellen. Mit zwei Schwertransporten kommen die beiden Geräte zu ihrem Ziel.

Der erste Schwertransport fand in der Nacht von Montag, 17. August auf Dienstag, 18. August, statt. Ein weiterer wird von Mittwoch, 19. August, auf Donnerstag, 20. August, rollen.

Die Transporte starten in Hagen-Hohenlimburg und gehen von dort aus über den Volmeabstieg und die B54 bis Hagen-Rummenohl, dann über die Heedfelder Straße durch Lüdenscheid bis nach Plettenberg-Siesel. Im Umspannwerk des dortigen Wasserkraftwerkes ersetzen die beiden Transformatoren zwei ältere und weniger leistungsstarke Geräte, die im Anschluss verschrottet werden.

Umbau der Lkw auf der Strecke

Das erste Hindernis des ersten Transports erfolgte bereits nach wenigen Metern: Die Ausfahrt aus dem Hagener Umspannwerk. Diese war zu eng, sodass der Transformator für die ersten Meter anders verladen werden musste als für den Rest der Strecke. Am Umspannwerk wurde der Umspanner auf den Transportanhänger geladen und bis zur Freiheitsstraße gefahren. "Aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Bereich des Umspannwerks sowie in der Innenstadt muss das Transportfahrzeug für die Ausfahrt zunächst in einer verkürzten Konfiguration eingesetzt werden, um die erforderlichen Kurvenradien befahren zu können", erklärte Enervie-Pressesprecher Andreas Köster bereits im Vorfeld.

Nach diesem knapp 150 Meter langen Abschnitt wurde der Transport umgerüstet. "Dieser Umbau ist notwendig, da das Fahrzeug in der verkürzten Ausführung für die Strecke zum Umspannwerk Plettenberg-Siesel zu hoch wäre und die vorhandenen Brückenbauwerke nicht passieren könnte", so Köster weiter. Dazu wurde die Ladung mit speziellen Hydraulikstempeln angehoben und der Anhänger unter dem Transformator, der auf einem speziellen Gestell stand, weggefahren. Anschließend wurde das Gestell abgelassen und zwischen die beiden Teile des Anhängers montiert, sodass die Gesamthöhe des Zuges niedriger war.

Verspätung bei der Abfahrt

Auf insgesamt 46 Reifen setze sich der Transport mit einem Gesamtgewicht von 131 Tonnen dann in Bewegung — allerdings mit rund einer Stunde Verspätung im Vergleich zur genehmigten Abfahrtszeit. Um kurz nach 23 Uhr rollte das Gespann, abgesichert von vier Begleitfahrzeugen, auf die Bundesstraße 7. Mit rund 20 Stundenkilometern ging es durch die Hohenlimburger Innenstadt in Richtung Plettenberg-Siesel. Dort wird der Umspanner im Tagesverlauf entladen, ehe nach einer Nacht Pause auch der zweite Transformator die Reise antritt.

Der Transport war notwendig geworden, da das Umspannwerk Bürgerplatz aus dem Jahr 1976 durch einen Neubau in der Straße "am Weinhof" ersetzt wurde. Die Transformatoren am Bürgerplatz wurden jedoch erst im Jahr 2008 getauscht. Anders sieht es bei dem Umspannwerk am Wasserkraftwerk Siesel aus: "Die bislang im Umspannwerk Siesel in Betrieb befindlichen Transformatoren mit einer elektrischen Leistung von 31,5 Megavoltampere (MVA) und 63 Tonnen Gewicht haben die Grenze ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht. Daher werden sie nach ihrer Demontage zur Verschrottung durch ein Entsorgungsunternehmen nach Coesfeld transportiert", gibt der Enervie-Pressesprecher einen Einblick in die Hintergründe.

Enervie betreibt auf etwa 1000 Quadratkilometern in 19 Kommunen in Hagen und der Märkischen Region das Stromnetz. Es unterscheidet sich zwischen einem Hochspannungsnetz mit 110- und 220-Kilovolt-Ebene und einer Mittelspannungsebene mit einer Spannung von 10 Kilovolt. Dieses 10-Kilovolt-Netz umfasst rund 7700 Kilometer Leitungen und wird an zahlreichen kleinen Stationen vor Ort in das 230-Volt-Netz umgewandelt, das an den einzelnen Häusern anliegt.