Die SPD hat schon bessere Tage erlebt. Die Sozialdemokraten stecken aktuell bei 16,4 Prozent im Umfragetief. Das dürfe auf keinen Fall so bleiben, waren sich die knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – nicht alle Parteimitglieder – am Dienstag, 16. Juni, bei der Veranstaltung „Quo Vadis SPD?“ (Wohin gehst du SPD?) im KAI in Iserlohn einig. Antworten auf diese Frage erhoffen sich die Sozialdemokraten im Märkischen Kreis dabei auch ausdrücklich von Nichtmitgliedern.
Offener, zwangloser Austausch
„Wir müssen die Art und Weise unserer Veranstaltungen überdenken“, erklärte Fabian Ferber, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis. „Man kann auch gut miteinander reden und andere Meinungen auch mal akzeptieren.“ Die SPD hatte bewusst den offenen und zwanglosen Austausch gesucht. Um möglichst vielen Parteimitgliedern und Gästen die Teilnahme zu ermöglichen, war eine weitere Veranstaltung in Lüdenscheid angesetzt.
"Rausgehen zu den Leuten"
Schnell zeigte sich: Die regionalen Themen decken sich weitestgehend mit den bundesweiten. „Die wirtschaftliche Situation in meinem Wahlkreis, die Rente, die Krankenversicherung, die Pflege“, nannte die heimische Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk die Schwerpunkte. „Wir müssen zu den Leuten, rausgehen und andere überzeugen — in der Nachbarschaft, Freunde und Bekannte“, so Fabian Ferber. „Von der Kita bis in die Rente. Wir müssen mehr mit dem Herzen sprechen“, fügte er hinzu.
Lage ist dramatisch
SPD-Urgestein Michael Scheffler, Stellvertretender Bürgermeister Iserlohns, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Vorgänger von Ferber als Unterbezirksvorsitzender, zeigte die ganze Dramatik auf: „Wir müssen Angst haben, dass wir bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht pulverisiert werden und dem Landtag nicht mehr angehören. Wir müssen sagen, was wir fordern und tun, was wir sagen“, so Scheffler. Den Menschen müssten auch Aufstiegsversprechen gegeben werden, sie hätten Angst genug vor dem sozialen und gesellschaftlichen Abstieg. Der Koalition im Bund stellte Scheffler kein gutes Zeugnis aus: „Die Berliner Blase ist von der Realität manchmal weit entfernt.“
Alle müssen zusammenrücken
Fabian Ferber, 1. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Beisitzer im SPD-Bundesvorstand beklagte den Verlust von 7000 Arbeitsplätzen in den vergangenen Jahren in der Region. Dennoch sprach er sich gegen eine durchgreifende Änderung im Arbeitszeitgesetz aus.
Die Sozialdemokraten, so Ferber, müssten auch mobilisierungsfähig sein. Wichtig auch: „Die Bundesregierung und die Parteien müssen wieder zusammenrücken.“ Was die Sozialdemokraten im Märkischen Kreis angeht, ist der erste Schritt gemacht.







