Kommentar.
LokalDirekt-Autor Hendrik Klein kommentiert mit "spitzer Feder" die SPD-Veranstaltung "Quo Vadis, SPD?", die am Dienstag, 16. Juni, mit knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Iserlohn stattfand.
Wer die SPD-Veranstaltung unter dem Titel „Quo Vadis SPD?“ (Wohin gehst du SPD?) besucht hat, kommt zwangsläufig zum Ergebnis: Der Anfang ist gemacht! Zuhören, was den Menschen auf den Nägeln brennt, Rückbesinnung auf alte sozialdemokratische Tugenden, klare Kante zeigen — auch mal gegen den Koalitionspartner. Hier sind in der Vergangenheit gravierende Fehler bei der ehemaligen Partei der kleinen Leute gemacht worden. Den klassischen Arbeiter oder Kumpel auf der Zeche gibt es längst nicht mehr, das weiß natürlich nicht nur die SPD. Aber seien wir ehrlich: Wenn die Sozialdemokraten in der Vergangenheit Sozialdemokraten geblieben wären, gäbe es Die Linke doch heute gar nicht.
Zukunftsängste nehmen
Ist es denn wirklich zu viel verlangt, dass die Politik sich für die Wünsche der Mehrheit der Bevölkerung einsetzt und ihr deren Zukunftsängste nimmt? Was wollen die Menschen? Einen Beruf und ein Einkommen, von dem man einigermaßen Leben kann — eine Miete, die man sich leisten kann — gute und bezahlbare Kitas und Schulen für Kinder und Enkelkinder — Vereinbarkeit von Familie und Beruf — keine Angst vor Alter, Pflegebedürftigkeit und sozialem Abstieg. Das ist doch nicht zu viel verlangt.
Sorge vor „Pulverisierung“
Wenn die Gesetzeslage es nicht hergibt, dann muss man die Gesetze eben ändern oder entsprechend anpassen. Ja, dazu braucht es Mehrheiten und Geld. Mit aktuell 16,4 Prozent in den Umfragen dürfte das für die SPD schwer werden.
Und ja, alle müssen Opfer bringen. Wie war das noch bei der Agenda 2010 und Gerhard Schröders Aussage: „Wir müssen alle den Gürtel enger schnallen“? Alle heißt eben auch alle — und der Stärkere trage des Schwächeren Last. Das war mal eine Tugend der SPD, dafür standen die Sozialdemokraten. Dahin müssen sie wieder zurück, sonst, so formulierte es Michael Scheffler: „Werden wir bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt pulverisiert.“
Der Kommentar bezieht sich auf die Veranstaltung „Quo Vadis SPD?“ am Dienstag, 16. Juni, in Iserlohn, über die LokalDirekt in folgendem Artikel berichtete:
"Wie kommt die SPD aus dem Umfragetief?": Neues Veranstaltungsformat in Iserlohn
Der Kommentar stellt die persönliche Einschätzung des Autors dar.






