Busfahren mit den Fahrzeugen der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) soll demnächst einfacher und attraktiver werden — zumindest lichtet sich der Tarifdschungel für die Fahrgäste. Das wurde jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr mit großer Mehrheit beschlossen.

Ab 1. April 2027 soll es nur noch vier der bisher zwölf Tarifstufen geben. „Es ist gut möglich, dass die Tarife bis dahin inflationsbedingt noch einmal angepasst werden“, erklärte Matthias Hehl, Geschäftsführer der Westfalentarif GmbH, den Ausschussmitgliedern.

Kreisvertreter soll zustimmen
Die hatten zuvor interessiert seinem Vortrag zugehört. Hehl erläuterte, der Tarif für den Nahverkehr in Westfalen-Lippe solle künftig nur noch aus den drei Komponenten Deutschlandticket, "eezy.nrw" und Westfalentarif bestehen. Alle Tarifkomponenten sind digital auszugestalten. Papiertickets können ausschließlich im Bereich Westfalentarif zusätzlich angeboten werden. Der vom Kreistag entsandte Vertreter wird beauftragt, in den Gremien des Westfalentarifes und den betreffenden Tariforganisationen (hier Tarifgemeinschaft Münsterland — Ruhr-Lippe) die Grundsatzentscheidungen zur Entwicklung der Tarifstruktur zu unterstützen.

Kreiskämmerer Kai Elsweier und der neue Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr, Benjamin Friedrich.
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"eezy.nrw" mehr bewerben

Das beste Angebot, so MVG-Geschäftsführer Stefan Janning im Ausschuss, sei der "eezy.nrw"-Tarif. Der Märkische Kreis liege nach Bielefeld und Münster an dritter Stelle der Nutzung, so der MVG-Boss. „Der Tarif muss aber noch stärker beworben werden“, so Janning. Die beste Möglichkeit dazu sei es, die sozialen Medien dafür zu nutzen. Allerdings müssten auch die Senioren überzeugt werden — und das gehe beispielsweise durch die Präsenz auf Märkten. Janning abschließend: „Wenn man erst einmal eingestiegen ist, ist das wirklich 'eezy'.“ Warum der Tarif sich bisher nicht richtig durchsetzen konnte, dafür gebe es zwei Gründe, so Matthias Hehl — Corona und das D-Ticket.

Kosten für größeren Kreistag steigen

Ohne längere Diskussion bei nur wenigen Enthaltungen beschlossen die Mitglieder im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr die Etat-Ansätze, soweit sie dafür zuständig sind. Konkret sind das die Etat-Posten „Kreisentwicklung“, „Nachhaltige Mobilität“ sowie „Beteiligungen und Mitgliedschaften“. 52,46 Millionen Euro hat die Verwaltung den Kreispolitikern in diesen Bereichen vorgeschlagen. Um gut 63.000 Euro auf mehr als 2,849 Millionen Euro steigen die Haushaltsansätze im Bereich Landrat, Verwaltungsführung, Kreistag und Ausschüsse.

Die Mitglieder im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr beschlossen den Kreishaushalt für den Bereich, für den sie zuständig sind.
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„Die Verschlechterung des Saldos in diesem Produkt ist darauf zurückzuführen, dass die Haushaltsansätze im Bereich der Zuwendungen an die Kreistagsfraktionen aufgrund der Wahlergebnisse der Kommunalwahlen 2025 erhöht werden mussten. Die Anzahl der Kreistagsabgeordneten ist durch die Wahl von 76 auf 86 Kreistagsabgeordnete gestiegen“, begründet die Verwaltung den Anstieg.

UWG für Deckelung MVG-Zuschüsse

Auf die Sitzung des Kreisausschusses am 12. März verschoben wurde der Antrag der UWG-Fraktion mit deren Zustimmung. Die „Unabhängigen“ hatten darin eine Deckelung der Zahlungen an die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) gefordert — für das Haushaltsjahr 2026 auf 37 Millionen Euro, für das Haushaltsjahr 2027 auf 39 Millionen Euro, für das Haushaltsjahr 2028 auf 40 Millionen Euro und für das Haushaltsjahr 2029 auf 41 Millionen Euro.