Mit einer Gedenkveranstaltung unter dem Titel „Denk’ mal Frieden“ hat die Freie Christliche Schule Lüdenscheid (FCSL) am Freitag, 8. Mai, an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Schülerinnen und Schüler sowie verschiedene Initiativen gestalteten das Programm gemeinsam mit der Friedensgruppe und den Ge-Denk-Zellen.
Erinnerung an lokale Ereignisse
Unter dem Motto „Aus Fehlern der Vergangenheit für die Zukunft lernen“ schilderte Matthias Wagner vom Verein Ge-denk Zellen Altes Rathaus die Ereignisse rund um das Kriegsende in Lüdenscheid und rückte dabei insbesondere die letzten Wochen vor und nach der Befreiung in den Fokus, in denen sich zahlreiche tödliche Vorfälle ereignet hätten: „234 todsterbenskranke Gefangene starben noch nach Kriegsende, weil sie zuvor so mangelhaft versorgt wurden, dass sie der Tuberkulose nicht entkommen konnten.“
Musik und Appell zur Verantwortung
Musikalisch begleitete Tlako Mokgadi die Veranstaltung mit eigenen Liedern auf der Gitarre. Dabei verband er die historische Erinnerung mit einem Appell an die Gegenwart: „Jeder Mensch sollte nach dem Prinzip ‚Denk’ mal‘ leben und Verantwortung übernehmen, um seiner Rolle in einer demokratischen Gesellschaft gerecht zu werden.“
Forderung nach Einsatz für Frieden
Bernd Benscheidt von der Friedensgruppe betonte die Verantwortung der Gesellschaft für den Erhalt des Friedens. „Wir müssen uns für die Stärkung der Vereinten Nationen einsetzen, die als Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden“, erklärte er. Frieden, Menschenrechte und Völkerrecht müssten weiterhin im Mittelpunkt stehen.
Zugleich warnte er vor aktuellen Entwicklungen: „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass das Gewaltverbot des Völkerrechts gilt — nicht das Recht des Stärkeren. Und wir dürfen nicht zulassen, dass der Rüstungswettlauf weiter eskaliert.“
Mahnung mit Blick auf die Gegenwart
Zum Auftakt der Veranstaltung hatte auch Thorsten Kohlen von der FCSL an die historische Verantwortung Deutschlands erinnert. „Nach dem 8. Mai 1945 sollte nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen“, sagte er. Mit Blick auf aktuelle Konflikte ergänzte er: „Der Krieg in Europa zeigt, wie weit wir uns von diesem Ziel entfernt haben. Deshalb bleibt Erinnerungsarbeit unverzichtbar.“









