Elektroautos anschauen, Fragen stellen, unter die Motorhaube gucken und sich mit anderen E-Autofahrern austauschen: Rund um die Elektromobilität drehte sich am Samstag, 22. August, alles auf der Karlshöhe. Beim Aktionstag „Halver fährt elektrisch“ des Energiestammtisches kamen mehr als 50 Interessierte zusammen – darunter überzeugte E-Autofahrer ebenso wie Menschen, die noch überlegen, ob der Umstieg für sie infrage kommt.

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Laden, informieren und ausprobieren

Passend zum Thema fand der Aktionstag direkt an den E-Ladesäulen auf der Karlshöhe statt. Stefan Heinrich, der die Ladesäulen betreibt, und Gerd Clever, Organisator des Energiestammtisches, standen den Besuchern Rede und Antwort. „Wir wollen Elektroautobesitzer und solche, die es noch werden wollen, zusammenbringen“, erklärt Clever.

Mehr als 50 Interessierte waren beim Aktionstag.
Foto: Amaris Seegmüller

Der Standort sei dafür ideal: „Hier an der Karlshöhe kann man natürlich auch gleich zeigen, wo man die Autos laden kann.“ Die öffentlichen Solar-Ladesäulen wurden im vergangenen September von Heinrich in Betrieb genommen. Ihren Strom beziehen sie über die Solaranlage auf dem Dach der Reithalle.

E-Autos zum Anfassen

Wer sich bis heute nur theoretisch mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt hatte, konnte beim Aktionstag ganz praktisch einen Blick auf verschiedene Fahrzeuge werfen. Einige Mitveranstalter und Besucher hatten ihre E-Autos mitgebracht. Interessierte konnten sich die Modelle genauer anschauen, Fragen stellen und sogar einen Blick unter die Motorhaube werfen.

Auch persönliche Beratungen kamen nicht zu kurz. Denn für viele Besucher ging es nicht nur um allgemeine Informationen, sondern um ganz konkrete Fragen: Wie weit komme ich mit dem Auto? Was kann ich damit ziehen? Und wo kann ich unterwegs laden?

„Unsere Erwartungshaltung hat sich erfüllt“, freut sich Clever über die Resonanz. Einige Besucher hätten bei ihrer Entscheidung noch am sprichwörtlichen Kipppunkt gestanden. „Ich denke, keiner ist hier heute rausgegangen und war grundsätzlich gegen E-Autos.“

Mehr als 50 Interessierte waren beim Aktionstag.
Foto: Amaris Seegmüller

Reichweite bleibt ein Thema

Ganz ohne Vorbehalte geht der Umstieg für viele dennoch nicht. Besonders die Reichweite beschäftigt viele Interessierte. Für Clever ist dabei vor allem entscheidend, das Fahrzeug auf die eigenen Gewohnheiten abzustimmen. „Man muss das gewünschte Auto auch an den eigenen Fahrgewohnheiten spiegeln“, sagt er. Wenn man nach Dänemark nur einmal tanken will, ist das schwierig, aber das geht mittlerweile auch.“ Auch die Anhängerlast war für einige Besucher ein wichtiges Thema. Mittlerweile gebe es Modelle, die rund 1800 Kilogramm ziehen können. „Das ist für einen Wohnanhänger ausreichend."

Mehr als 50 Interessierte waren beim Aktionstag.
Foto: Amaris Seegmüller

46 Ladesäulen in Halver

Auch beim Thema Ladeinfrastruktur sieht Clever Halver gut aufgestellt. Insgesamt gibt es nach seinen Angaben rund 46 Ladesäulen in der Stadt, davon elf Schnellladestationen. „Das ist schon ganz schön erheblich“, findet Clever. Im Vergleich zu den Nachbarkommunen sei die Zahl deutlich höher.

Für ihn steht deshalb fest, dass die Elektromobilität weiter an Bedeutung gewinnen wird. „Man sieht es mehr und mehr, dass umgestiegen wird“, sagt er. Für ihn handelt es sich dabei längst nicht mehr nur um einen vorübergehenden Trend. „Es ist nicht nur ein Trend, sondern eine ganz klare Technologieentwicklung.“

Vom Tankstopp zur eigenen Ladestation

Neben den praktischen Fragen spielt für den Energiestammtisch auch der Umweltgedanke eine wichtige Rolle. „Es hat natürlich auch einen Umweltaspekt“, erklärt Clever. Entscheidend sei dabei, woher der Strom zum Laden komme. ,,Wenn der Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, dann ist man in einem Bereich, wo so gut wie kein CO₂ ausgestoßen wird“, meint er.

Clever blickt deshalb auch auf die langfristige Entwicklung. Die heutige Infrastruktur rund um Tankstellen und fossile Kraftstoffe könnte sich seiner Einschätzung nach grundlegend verändern. „Wenn es erst einmal da ist, ist es ein viel einfacheres System."