Sommer, Sonne und Natur – bei dem aktuell heißen Wetter ist die Glörtalsperre der perfekte Zufluchtsort für all jene, die Abkühlung suchen. Doch was macht sie eigentlich so besonders? LokalDirekt hat nachgefragt und recherchiert.

Eines wurde bei unserer Umfrage schnell klar: Die entspannte Atmosphäre und die schöne Umgebung machen die Glör für viele Menschen in der Region zu einer echten Alternative zum Freibad. Ob Heimatverbundenheit, der kostenlose Eintritt oder die nicht vorhandenen Zäune — Talsperrenbesucher loben die Vorteile der Glör aus unterschiedlichsten Gründen.

Baden mit Seeblick und Schattenplätzen

Viele Besucher schätzen die Glörtalsperre als Alternative zum klassischen Freibad. Die ausgewiesene Badestelle befindet sich am Nordufer, wo alte Bäume selbst an heißen Tagen ausreichend Schatten spenden. Der naturbelassene Wiesenstrand fällt leicht zur Wasserlinie ab. Zudem gibt es mehrere kleine, feinsandige Abschnitte, die zusätzliches „Strandgefühl“ schaffen. Das Baden in der Glör ist innerhalb der durch eine Bojenkette markierten Zone auf eigene Gefahr erlaubt. 

An der Glörtalsperre gibt es auch sandige Abschnitte. Das Baden ist innerhalb der mit Bojen gekennzeichneten Zone erlaubt.
Foto: Greta Satur | Archivbild

Sicherheit und Angebote für Familien

An den Wochenenden zwischen Mitte Mai und Ende August sorgt die Rettungswacht der DLRG-Ortsgruppe Ennepetal für zusätzliche Sicherheit der Glör-Besucher. Eine gehisste Flagge an der Station signalisiert die Anwesenheit der Einsatzkräfte.

Direkt oberhalb des Badebereichs erweitert ein Waldspielplatz das Freizeitangebot. Neben einer Balancierstrecke mit Rutsche steht ein Kleinkinderspielpodest bereit, sodass Familien Badeausflug und Spielspaß an einem Ort verbinden können. Auch vierbeinige Familienmitglieder dürfen sich in der Glörtalsperre austoben und abkühlen: Nahe der Jugendherberge befindet sich eigens ein Hundestrand, damit sich Besucher ohne Hund am „Hauptstrand“ nicht gestört fühlen.

Video: Jung

Ausgezeichnete Wasserqualität

Die Wasserqualität der Glörtalsperre wird regelmäßig vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) überprüft — und durchgehend mit der Bestnote „ausgezeichnet“ bewertet. Auch für die aktuell laufende Badesaison gilt das Wasser aufgrund der geringen Belastung als einwandfrei und unbedenklich eingestuft.

Hohe Temperaturen, voller Parkplatz

Die Kombination aus Wasser, Natur und großzügigen Liegeflächen zieht besonders an warmen Tagen, insbesondere an Wochenenden zahlreiche Besucher an. Dies führt jedoch dazu, dass die für die Zufahrtsstraße zur Glörtalsperre zuständigen Ordnungsämter der Städte Breckerfeld und Schalksmühle gegebenenfalls — zeitweise — sperren, wenn der Parkplatz direkt an der Talsperre voll ist.

Besonders an warmen Sommertagen wird es schwer, einen Parkplatz an der Glörtalsperre zu finden.
Foto: Jung

Alternativ können Besucher ihr Auto unterhalb auf einem Wanderparkplatz an der Dahlerbrücker/Glörstraße parken — müssen dann jedoch einen gut 900 Meter langen Fußmarsch bei kontinuierlichem Anstieg in Kauf nehmen.

Historische Wurzeln der Talsperre

Die Glörtalsperre gehört zu den frühen Talsperrenprojekten des Ruhrtalsperrenvereins, der 1899 gegründet wurde. In den Jahren 1903 und 1904 entstand die Anlage nach Plänen des Ingenieurs Otto Adolf Ludwig Intze.  Ursprünglich diente die Talsperre vor allem der Versorgung der Industrie im Volmetal mit Kühl- und Triebwasser. Erst später übernahm sie zusätzliche Aufgaben als Notreservoir für Trinkwasser sowie zur Regulierung von Volme und Ruhr.

Bereits 1929 entstand am Nordwestufer eine Jugendherberge. Ab den 1950er Jahren entwickelte sich das Gebiet zunehmend zu einem Naherholungsort. Den Ausbau der Badestelle, der DLRG-Station und der Parkplätze zwischen 1975 und 1984 trieb diese Entwicklung weiter voran.

Im Jahr 2020 wurde das Wasser aus der Talsperre abgelassen. Statt zu Baden, konnten Besucher sich an der ungewohnten Aussicht erfreuen.
Foto: Satur | Archivbild

Umfangreiche Sanierungen prägten die jüngere Geschichte. Zwischen 2000 und 2004 wurde die Staumauer modernisiert. In den Jahren 2017 und 2020 wurde das Wasser vollständig abgelassen, um eine Generalüberholung durchzuführen. Gleichzeitig erfolgte eine Aufwertung der Badestelle und des Rundwegs um die Talsperre.

Das letzte größere Projekt war die Komplettsanierung der Zufahrtsstraße im Jahr 2025. In den kommenden Jahren soll parallel zu dieser verlaufend noch ein Fußweg entstehen.