NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann hat in Lüdenscheid mit einem Klienten des Evangelischen Johanneswerks gekocht und dabei über die Herausforderungen von Menschen mit Beeinträchtigungen gesprochen.

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Kochen als Türöffner für Teilhabe

Jens Fengler, der im Wohnverbund Lüdenscheid lebt und ein eigenes Kochbuch herausgegeben hat, hatte den Minister zum gemeinsamen Kochen eingeladen. Der kam – und nahm direkt den Schneebesen für das Dessert zur Hand.

Bei der Zubereitung des Desserts entwickelte sich zunächst eine kleine kulinarische Grundsatzfrage: Fengler setzt auf Joghurt, Laumann bereitet seine Quarkspeise zu Hause lieber mit Milch zu. Beim vegetarischem Nudelauflauf wechselte das Gespräch dann schnell von Rezepten zu den Themen, die Fengler und andere Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag beschäftigen: die Bedeutung von Begegnung, Selbstbestimmung und Unterstützung – und darum, wie Angebote gestaltet sein müssen, damit Teilhabe ganz selbstverständlich möglich wird.

NRW-Minister Karl-Josef Laumann (r.) hat auf Einladung von Jens Fengler (l.) das Johanneswerk in Lüdenscheid besucht und mit ihm gekocht.
Foto: Frank Elschner

Das Café Philippstraße dient dabei als Beispiel für gelebte Teilhabe. Dort können Menschen gemeinsam aktiv werden, Kontakte pflegen und eigene Ideen einbringen. „Solche Angebote schaffen Teilhabe – und sie zeigen, wie viel Menschen selbst gestalten können, wenn sie den passenden Raum dafür bekommen“, sagt Wohnverbundleiter Thomas Cordt.

Von Fachschulen bis Bürokratie

Auch praktische Herausforderungen der Eingliederungshilfe kamen zur Sprache. Dazu gehörten die Finanzierung von Fachschulen für soziale Berufe und der hohe Dokumentationsaufwand in der täglichen Arbeit. Sabine Hirte, Vorsitzende der Geschäftsführung des Evangelischen Johanneswerks, übergab Laumann außerdem das aktuelle Positionspapier des Netzwerks SONG „Soziales neu gestalten“.

Zum Abschluss wurde dann noch die gemeinsam zubereitete Quarkspeise probiert — und damit ein Besuch beendet, bei dem das Kochen eng mit einem persönlichen Austausch über Selbstbestimmung, Teilhabe und die Herausforderungen der Eingliederungshilfe verbunden war.