Eigentlich schien der Weg für einen Trinkwasserbrunnen weitgehend frei: Nachdem die SPD das Thema bereits Anfang des Jahres angestoßen hatte, sprechen sich inzwischen auch Grüne, UWG und CDU grundsätzlich für einen Brunnen aus. Eine endgültige Entscheidung fiel im Hauptausschuss am Montag, 28. September, dennoch nicht.

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Stattdessen soll das Thema noch einmal im zuständigen Fachausschuss beraten und weitere Expertise eingeholt werden.

Von der Kontroverse zur breiten Zustimmung

Die Diskussion um Trinkwasserbrunnen beschäftigt die Schalksmühler Politik bereits seit mehreren Monaten. Die SPD hatte Anfang des Jahres beantragt, öffentliche Trinkwasserbrunnen einzurichten. Die Grünen unterstützten den Vorschlag von Beginn an.

Andere Fraktionen zeigten sich zunächst deutlich skeptischer. Im Sommer änderte die UWG jedoch ihren Kurs: In ihrem Antrag für mehr Hitzeschutz im Ortskern forderte sie neben Bäumen und Beschattungsmöglichkeiten ebenfalls Trinkbrunnen. Insbesondere im Volmepark sieht die UWG-Fraktion dafür Bedarf.

Im September zeichnete sich schließlich eine breite politische Zustimmung ab. Auch die CDU, die das Vorhaben zuvor kritisch gesehen hatte, sprach sich grundsätzlich dafür aus. Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Umwelt- und Klimaschutz stimmte dem SPD-Antrag mehrheitlich bei einer Gegenstimme zu.

Die Verwaltung hatte zu diesem Zeitpunkt bereits damit begonnen, Angebote für unterschiedliche Modelle einzuholen und Fördermöglichkeiten zu prüfen. Bei einer möglichen Förderung von 80 Prozent könnte nach den Vorstellungen der SPD zunächst ein Brunnen im Volmepark als Pilotprojekt entstehen.

FDP bleibt bei ihrem Nein

Keine Notwendigkeit für einen öffentlich finanzierten Trinkwasserbrunnen sieht weiterhin Jan Schriever, Fraktionsvorsitzender der FDP. "Kommende Haushalte werden defizitär, weil wir uns Dinge leisten, die nicht nötig sind", erklärte er am Montag im Hauptausschuss.

Wer unterwegs Wasser benötige, könne eine eigene Flasche mitbringen. Zudem hält Schriever die bislang angenommenen Kosten für zu niedrig und sieht ein Vandalismusrisiko.

Statt eines von der Gemeinde finanzierten Brunnens könne er sich eine Kooperation mit dem örtlichen Einzelhandel oder der Gastronomie vorstellen. "Das wäre pragmatischer als der jetzige Vorschlag", erklärte Schriever.

Jan Jellesma, Fraktionsvorsitzender der SPD, widersprach. Der Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze sei Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Im Volmepark gebe es aus seiner Sicht die Möglichkeit, einen Trinkwasserbrunnen einzurichten.

Weitere Beratung im Fachausschuss

Trotz der inzwischen breiten grundsätzlichen Zustimmung wird vorerst kein Brunnen beschlossen. Bürgermeister Christian Breddermann schlug vor, weitere Expertise einzuholen und das Thema in der kommenden Sitzungsperiode noch einmal im zuständigen Fachausschuss zu beraten.